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Donnerstag, 19.01.2017
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Regenwald nimmt weniger Kohlendioxid auf

Urwald zeigt veränderte Wachstums- und Sterberaten

Wissenschaftler aus Brasilien und vom Smithsonian Tropical Institute haben Anzeichen dafür entdeckt, dass der Amazonas-Regenwald nicht mehr die volle Menge CO2 absorbiert wie noch vor wenigen Jahrzehnten. Darüber hinaus haben die Experten auch Veränderungen im Wachstum und beim Absterben von Bäumen festgestellt.
Tropischer Regenwald

Tropischer Regenwald

In der 20-jährigen Studie wurden insgesamt 14.000 Bäume in einem Gebiet von mehr als 300 Quadratkilometer markiert und vermessen, um ihre Wachstumsrate zu untersuchen. Die untersuchten Bäume standen nicht in einer Umgebung, in der menschlich Aktivitäten wie Einschlag oder Brandrodungen vorhanden waren. "Dass sich die Wachstumsdynamik im Regenwald immer wieder verändert, ist nichts Neues", so Studienleiter William Laurance vom Smithsonian Tropical Institute. Pflanzenwachstum braucht CO2 und die Wissenschaftler spekulieren damit, dass durch die großen Mengen von CO2 durch die Emissionen der Pflanzenwuchs geradezu explodiert sei. Der unberührte Amazonas-Regenwald "verschlingt" auf diese Art große Mengen des Treibhausgases CO2. Allerdings sind die Forscher einem offensichtlich umgekehrten Trend auf die Spur gekommen, denn große schnell wachsende Bäume aus den unteren Schichten des Regenwaldes nehmen auf Kosten kleinerer Gewächse zu, und dies sei auf die steigenden CO2-Werte in der Atmosphäre zurückzuführen.

Überdüngung


Mehr CO2 führt auch zur Überdüngung der Wälder. Das kann nach Ansicht von Laurance ein Hinweis auf einen fundamentalen Wandel in der gesamten Waldökologie sein. Die Konkurrenz im schneller wachsenden Wald um Licht, Wasser und Nährstoffe aus dem Boden hat sich verschärft. Das wird nach Angaben der Experten auch Auswirkungen auf andere Lebewesen im Regenwald haben. "Tropische Regenwälder sind bekannt für ihre spezialisierten Arten. Wenn sich die Vegetation nur leicht verändert, werden damit auch Tiere, die sich von den Pflanzen ernähren und sie bestäuben, betroffen", so Laurance. Ein Wandel in der Zusammensetzung der Regenwälder könnte dann zu einer Umkehr der CO2-Produktion führen. Denn die Bäume, die schneller wachsen, nehmen weniger Kohlenstoff auf.
(Pressetext Europe, 12.03.2004 - AHE)
 
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