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Mittwoch, 13.12.2017
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Nilhechte mit ungewöhnlicher Artbildung?

Forscher untersuchen genetische Vielfalt im Kongobecken

Wie entstehen neue Arten? Diese Frage beschäftigte schon Charles Darwin vor langer Zeit. Umstritten ist bis heute vor allem, ob sich neue Spezies auch ohne geographische Separation zwischen Populationen bilden können. Bisher gibt es nur wenige wissenschaftlich belegte Beispiele für diesen Mechanismus - vor allem aus Kraterseen. Deutsche Forscher wollen nun erstmals in einem großen Untersuchungsgebiet, dem Kongobecken, diese so genannte sympatrische Artbildung bei Nilhechten nachweisen.
Kongo

Kongo

Sie leben fast ausnahmslos im afrikanischen Kongobecken, sind nachtaktiv, elektrisch und mit einem im Verhältnis zum Körper langen Rüssel ausgestattet: Nilhechte geben den Forschern heute noch viele Rätsel auf. Nun wollen Wissenschaftler der Universität Potsdam um Biologie-Professor Ralph Tiedemann aber gerade mithilfe dieser Fische Antworten auf schwierige Fragen der Evolutionsbiologie finden. Im Mittelpunkt ihres Interesses stehen Geheimnisse einer eher ungewöhnlichen Artbildung.

"Uns interessiert vor allem die Frage", so Tiedemann, "ob sich neue Arten nur dann bilden können, wenn eine Ursprungsart in zwei Gebiete geteilt wird, oder ob es auch möglich ist, dass an einem Ort durch unterschiedliche Anpassungen mehrere Arten entstehen". Der Uni-Biologe und seine Mitarbeiter konzentrieren sich in ihren Forschungen vor allem auf die elektrischen Impulse der Nilhechte. Denn vermutlich dienen diese unterschiedlichen Zwecken.

Elektrische Impulse nicht nur zur Orientierung


Während inzwischen unstrittig ist, dass die Tiere diese Impulse zur Orientierung nutzen, konzentrieren sich die Forscher gegenwärtig auf die Klärung der Ursache von völlig unterschiedlichen Entladungsformen, wie sie bei auf den ersten Blick sehr gleich aussehenden Fischen im Kongobecken beobachtet wurden. Sie vermuten, dass unterschiedliche Arten dahinter stecken. Dafür gibt es konkrete Anhaltspunkte. Zudem hat gerade eine Versuchsreihe begonnen, die diese Annahme stärken soll.


Wenn die Potsdamer Forschungsgruppe tatsächlich nachweisen kann, dass an einem Ort durch unterschiedliche Anpassungen verschiedene Arten entstehen können, ist dies ein Erfolg für die Evolutionsbiologie.

Beispiele einer solchen Artbildung gibt es bisher sehr wenige, meist aus kleinen, gleichförmigen Lebensräumen wie etwa aus Kraterseen erloschener Vulkane. "Nach meinem Kenntnisstand sind wir die Ersten, die für ein sehr großes Untersuchungsgebiet wie das Kongobecken wahrscheinlich machen können, dass es auch dort die in der Wissenschaft als sympatrisch bezeichnete Artbildung gibt", so Tiedemann.
(idw - Universität Potsdam, 13.06.2006 - DLO)
 
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