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Samstag, 21.10.2017
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Artenreiche Ökosysteme sind stabiler

Langzeitstudie liefert erstmals eindeutige Belege für Theorie

Ökosysteme, die viele verschiedene Pflanzenarten enthalten, sind nicht nur produktiver, sie können auch besser widrigen Bedingungen wie Klimaextremen, Krankheiten und Schädlingen widerstehen als artenärmere Systeme. Das belegen die Ergebnisse aus einer gerade abgeschlossenen, jetzt in „Nature“ veröffentlichten Langzeitstudie. Sie liefert damit erstmals genügend Daten, um die 50 Jahre dauernde Debatte, in wieweit Artenvielfalt Ökosysteme stabilisiert oder nicht, jetzt zu beenden.
Präriegras

Präriegras

Die neuen Daten sind das Ergebnis von zwölf jähriger Forschungsarbeit der Ökologen David Tilman und Peter Reich von der Universität von Minnesota und ihrem Kollegen Johannes Knops von der Universität von Nebraska. Die Forscher untersuchten 168 Standorte auf dem Gebiet des Cedar Creek Long-Term Ecological Research (LTER). Jede dieser Versuchsflächen wurde mit einem bis 16 verschiedenen Arten von mehrjährigen Gräsern und anderen Präriepflanzen bepflanzt und ihre Produktivität und die Anzahl und Dauer des Überlebens innerhalb dieser zwölf Jahre beobachtet.

.Das Ergebnis bestätigt die bereits seit postulierten Annahmen: Je vielfältiger die Flora auf einem Standort und je größer die Wurzelmasse, desto stabiler waren die Mini-Systeme gegenüber Störungen. Die Wurzelmasse spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn negative klimatische Veränderungen eintreten, denn sie speichern Nährstoffe und wirken so als Puffer. Im Gegensatz zu Ackergetreide besitzen die mehrjährigen Präriepflanzen nicht nur weitaus mehr Wurzelmasse, sie müssen auch nicht jedes Jahr neu ausgesät werden.

„Diese Studie demonstriert, dass die Stabilität einer Pflanzengemeinschaft zunimmt, wenn die Artenzahl steigt“, erklärt Martyn Caldwell, Leiter der Abteilung für Umweltforschung der National Science Foundation, die die Studie finanzierte. „Nur Langzeit-Feldstudien können diese Art von Informationen liefern.“


“Die artenreichen Grasflächen der Prärie sind um 240 Prozent produktiver als Grasflächen mit nur einer Art”, erklärt Tilman. „Das ist ein riesiger Vorteil. Biomasse aus solchen Prärien kann, zum Beispiel genutzt werden, um biologische Treibstoffe zu erzeugen, ohne dass man jedes Jahr neu pflügen, düngen oder spritzen muss, was Energie frisst und die Umwelt verseucht.“

Nach Beobachtungen der Forscher nimmt die Biodiversität der globalen Ökosysteme ab, während die globale Bevölkerungsdichte steigt, weil viele komplexe Lebensgemeinschaften wie Wälder und Prärien Äckern, Gebäuden oder Straßen weichen mussten. Eine Rückkehr zu mehr Artenvielfalt könnte der Schlüssel sein, so Tilman, um die globalen Ökosysteme zu regenerieren und gleichzeitig durch Biomasse den Energiebedarf der wachsenden Weltbevölkerung zu decken.
(National Science Foundation, 01.06.2006 - NPO)
 
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