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Dienstag, 23.05.2017
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Nervenkrebs: Ursache für Therapie-Resistenz entdeckt

Spezielle Zellen „schmeißen“ Wirkstoff aus Tumor raus

Das Neuroblastom, ein Tumor des Nervensystems, ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Kindern. Wird er früh erkannt, sind die Heilungschancen gut, hat der Tumor jedoch schon gestreut, kann nur etwa ein Viertel der Kinder geheilt werden. Jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden, warum manche Tumorzellen nicht auf die Chemotherapie ansprechen: Sie pumpen das über die Blutbahn zugeführte Medikament wieder aus dem Tumor heraus. Sie wollen nun eine Therapiemethode entwickeln, die diese Zellen gezielt bekämpft und so die Wirkung der Chemotherapie verbessert.
Hirntumor

Hirntumor

"So genannte SP-Zellen können beim Neuroblastom zur Therapie-Resistenz führen, weil sie die Chemotherapeutika wieder aus der Zelle entfernen", erläutert Dr. Charlotte Hirschmann-Jax, Leiterin des Forschungsprojekts an der Universitätskinderklinik Düsseldorf. "Diese Zellen bilden eine spezielle Zellgruppe im Tumor und sind vermutlich auch für sein Wachstum verantwortlich: Als so genannte Tumorstammzellen wachsen sie besonders schnell und können neue Krebszellen hervorbringen." Die Abkürzung "SP" steht für "side population" (Seitenpopulation), da die Zellen in der bildlichen Darstellung nach einer Anfärbung einen randständigen Schweif neben den übrigen Zellen bilden.

Transportblockade gesucht


"Bei mehr als zwei Drittel der Neuroblastom-Patienten, bei denen die Erkrankung nach einer Therapie wieder aufgetreten ist, haben wir SP- Zellen entdeckt", berichtet Hirschmann-Jax. Damit hat ihre Arbeitsgruppe erstmals solche widerstandsfähigen Zellen beim Neuroblastom nachgewiesen. Nun möchten die Wissenschaftler den Transportmechanismus für die Chemotherapeutika in den SP-Zellen näher erforschen und blockieren, so dass die Krebsmedikamenten in den Zellen verbleiben und ihre Wirkung entfalten können.

Als Zielstruktur haben die Forscher bereits spezielle Oberflächenmoleküle der SP-Zellen im Visier. Dies sind Transporteiweiße, die vermehrt auf den Zellen vorkommen. Sie sind vermutlich die eigentlichen "Pumpen" der SP-Zellen. "Durch eine gezielte Blockade dieser Transportgehilfen könnte somit indirekt die Wirkung der Chemotherapie erhöht werden", hofft Hirschmann-Jax.


Dadurch könne das Krebswachstum eingedämmt und die gefährliche Ausbreitung der entarteten Nervenzellen weitgehend gestoppt werden. Da auch in anderen Tumoren - etwa der Brust oder der Lunge - Zellen mit den Eigenschaften von SP-Zellen vorkommen, ist ihr ungewöhnliches Verhalten auch von allgemeiner Bedeutung für die tumorbiologische Forschung und die klinische Praxis.
(Deutsche Krebshilfe, 31.05.2006 - NPO)
 
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