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Donnerstag, 19.01.2017
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Thailand: Tsunami-Risiko durch Hangrutschungen?

Deutsche Meeresforscher erforschen Schelfkante der Andamanen

Am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel starten Geowissenschaftler gemeinsam mit Kollegen aus Thailand ein neues Projekt. Ihr Ziel: Mögliche Risiken für die Entstehung von Tsunamis vor der thailändischen Küste zu erfassen.
Das thailändische Forschungs­schiff „Chakratong Tongyai“

Das thailändische Forschungs­schiff „Chakratong Tongyai“

Am 26.12.2004 überrollt eine Riesenwelle die Küsten der Länder Südostasiens. Neben Indonesien ist Thailand das am schwersten getroffene Land. Der Tsunami im Indischen Ozean kostet mehr als 200.000 Menschen das Leben. Als Konsequenz aus der Katastrophe beschlossen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der National Research Council of Thailand (NRCT), gemeinsame Forschungen über mögliche Ursachen und Auswirkungen von Tsunamis zu fördern.

Risiko von Hangrutschungen im Blick


Unter den ersten Vorhaben ist das Projekt der Kieler Geowissenschaftler: „Morphodynamik und Hang­stabilität der Andamanen See Schelfkante“, eine Untersuchung der genauen Form und Geodynamik des Hangs vor der Westküste Thailands. Der Hintergrund: Untermeerische Hangrutschungen in der Folge von Erdbeben sind eine mögliche Ursache von Tsunamis. Das Arbeitsgebiet vor Thailand liegt etwa 500 Kilometer vom Epizentrum des Bebens vom 26.12.2004 entfernt.

„Um das Risiko eines Tsunamis für die Küste Thailands überhaupt beurteilen zu können, brauchen wir genaue Informationen über die Beschaffenheit der Schelfkante in der Andamanen See, insbesondere über deren Stabilität“, erzählt der Kieler Forscher Dr. Wilhelm Weinrebe, der gemeinsam mit seinen Kollegen Dr. Warner Brückmann und Dr. Christian Hensen das Projekt leitet. Neben Erdbeben gelten Hangrutschungen als ein möglicher Hauptauslöser für Tsunamis. Obwohl die Schelfkante nur 300 Kilometer vor der Westküste Thailands liegt, ist das geplante Einsatzgebiet kaum untersucht. Auch beliebte Urlaubsziele europäischer Touristen, wie zum Beispiel Phuket, gehören zu den potentiell gefährdeten Bereichen.


Ausbau der Forschungsinfrastruktur in Thailand


Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird bereits im ersten Jahr von der DFG und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) sowie dem NRCT in Thailand unterstützt. In der ersten Stufe der Arbeiten wollen die Forscher detaillierte Karten des Meeresbodens erstellen. Auf dieser Grundlage kann der Meeresboden in rutschungsgefährdeten Bereichen der Schelfkante gezielt beprobt werden.

Ein weiteres Ziel der Kooperation ist der Aufbau von Forschungskapazitäten in Thailand. Momentan ist eine solche Infrastruktur gerade für den wichtigen Bereich der geologischen Meeresforschung kaum vorhanden. Neue Instrumente und Geräte für die geplanten Arbeiten werden deshalb für den langfristigen Einsatz in Thailand bleiben.
(IFM-GEOMAR, 30.05.2006 - NPO)
 
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