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Montag, 23.01.2017
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Carob als Cholesterinsenker?

Inhaltsstoffe des Johannisbrotbaum-Fruchtmarks kurbeln Fettverbrennung an

Carob, das Fruchtmark des Johannisbrotbaums wird in der Lebensmittelindustrie beispielsweise zur Herstellung von Babynahrung, Eiscreme oder Soßen verwendet. Jetzt hat eine Interventionsstudie gezeigt, dass das an unlöslichen Ballast- und sekundären Pflanzenstoffen reiche Carob zu einer kurzfristigen Senkung der Blutfettwerte beitragen kann und gleichzeitig die Fettverbrennung ankurbelt.
Carob wird aus dem Fruchtmark des Johannisbrotbaumes gemacht

Carob wird aus dem Fruchtmark des Johannisbrotbaumes gemacht

Bereits vor drei Jahren zeigten Wissenschaftler am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) unter der Leitung von Dr. Corinna Koebnick, dass der tägliche Verzehr eines ballaststoffreichen Carob-Extraktes den Cholesterinspiegel von Patienten mit erhöhten Blutfettwerten (Hypercholesterinämie) senken kann. Um herauszufinden, ob und wie dieser Extrakt auch den Stoffwechsel von gesunden Menschen beeinflusst, führten die Forscher nun eine neue Interventionsstudie mit 20 gesunden Probanden/innen im Alter zwischen 22 und 62 Jahren durch.

Die Studienteilnehmer erhielten Testmahlzeiten, denen entweder 0, 5, 10 oder 20 Gramm des Extraktes aus Johannisbrotbaum-Fruchtmark zugesetzt waren. Anschließend analysierten die Wissenschaftler das Blut der Probanden und kamen zu folgenden Ergebnissen: Wenn Probanden den Extrakt zusätzlich mit der Mahlzeit aufnahmen, sanken nach etwa einer Stunde ihre Triglyzeridwerte im Blut um bis zu
97,2 Prozent. Dieser Effekt war für gute drei Stunden nachzuweisen. Gleichzeitig verringerte sich die Konzentration der freien Fettsäuren im Serum um bis zu 67,2 Prozent.

Darüber hinaus steigerte der Carob-Zusatz die Fettverbrennung. Nahmen die Studienteilnehmer mit ihrer Mahlzeit zusätzlich 20 Gramm des ballaststoffreichen Fruchtmark-Extraktes auf, nutzte ihr Körper hauptsächlich Fett als Energiequelle. Nach Verzehr einer Kontrollmahlzeit ohne Zusatz verbrannte er dagegen überwiegend Kohlenhydrate.


"Da wir nur ein kurzes Zeitintervall untersucht haben, lässt sich schwer vorhersagen, wie sich der Verzehr des Carob-Extraktes langfristig auf den Fettstoffwechsel und den Energiehaushalt eines Menschen auswirkt. Ebenso wissen wir nicht, auf welche Inhaltsstoffe des Fruchtmarks genau die beobachteten Effekte zurückzuführen sind. Wir vermuten aber, dass es sich um ein synergistisches Zusammenspiel der in großen Mengen im Extrakt enthaltenen unlöslichen Ballaststoffe und sekundären Pflanzenstoffe handelt. Für beide Substanzgruppen sind an sich bereits positive Stoffwechseleffekte beschrieben worden", sagt Sindy Gründel, Erstautorin der Studie. "Unsere Ergebnisse sind zwar viel versprechend, trotzdem können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, ob Carob Fettstoffwechselstörungen und Übergewicht vorbeugen kann oder nicht. Weitere Studien, vor allem über einen längeren Zeitraum, sind nötig, um klare Aussagen treffen zu können."
(Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke, 19.05.2006 - NPO)
 
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