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Dienstag, 17.01.2017
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Europa will mehr Energie sparen

Neue Richtlinie für Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen

Europa will zukünftig weniger Energie verbauchen. Um dies zu erreichen, tritt am 17. Mai 2006 eine neue EU-Richtlinie für Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen in Kraft. Danach muss jedes Mitgliedsland bis zum 30. Juni 2007 einen Aktionsplan vorlegen, wie bis zum Jahr 2016 der jährliche Energieverbrauch durch Politikmaßnahmen und Energiedienstleistungen um neun Prozent reduziert werden soll.
Kohlekraftwerk

Kohlekraftwerk

"Es ist gut, dass Europa endlich das Energiesparen zur höchsten Priorität machen möchte. Das ist die wirtschaftlichste und schnellste Antwort auf die hohen Energiepreise, schafft Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze durch innovative Technik. Es nützt vor allem dem Klima und der Umwelt", meint dazu Stefan Thomas, Leiter der Forschungsgruppe Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik im Wuppertal Institut. Das Wuppertal Institut hat zwei von der Europäischen Kommission beauftragte Forschungsprojekte geleitet, mit denen wesentliche wissenschaftliche Grundlagen für die neue Richtlinie gelegt wurden. Es kooperierte dabei mit weiteren Forschungsinstituten aus insgesamt neun EU-Ländern.

"Jetzt gilt es, die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie in den einzelnen Mitgliedstaaten effektiv und effizient zu gestalten", ergänzt Stefan Thomas. Was zu einem deutschen Aktionsplan gehören könnte, um das Neun-Prozent-Einsparziel und weit mehr zu erreichen, hat das Wuppertal Institut in dem Konzept für einen EnergieSparFonds entwickelt.

Einsparungen auch für den Verbraucher


Es hat errechnet, dass bei Nutzung verschiedener Potenziale zur Strom- und Wärmeeinsparung in Industrie und Gewerbe, öffentlichen Verwaltungen und privaten Haushalten in den nächsten zehn Jahren eine sehr rentable Energieeinsparung von etwa zwölf Prozent gegenüber dem bisherigen Trend erreicht - das sind
75 Milliarden Kilowattstunden Strom und 102 Milliarden Kilowattstunden Wärmeenergieträger und dass die Emissionen von Treibhausgasen um 72 Millionen Tonnen pro Jahr reduziert werden könnten.


Dabei wäre für die Verbraucher der Barwert der eingesparten Energiekosten mit rund 73,3 Milliarden Euro doppelt so hoch wie die Summe der hierfür von ihnen aufgewendeten Investitionen (rund 37 Milliarden Euro). Umfangreiche Anreiz- und Beratungsprogramme zum Einsatz von Effizienztechniken und Einsparmaßnahmen und zur Unterstützung von Contracting-Unternehmen hätten darüber hinaus positive Nettoarbeitsplatzeffekte.

Verkehr ebenfalls mit Einsparpotenzial


Auch der Kraftstoffverbrauch im Verkehrsbereich soll durch die neue Richtlinie gesenkt werden. Hierzu hat das Wuppertal Institut unter anderem folgende Maßnahmen vorgeschlagen: Die Einführung eines Energielabels mit der Skala A bis G auch für Autos; verbindliche Vorgaben zur Absenkung des durchschnittlichen Verbrauchs neuer Fahrzeuge auf EU-Ebene; eine Förderung von Leichtlaufölen, Leichtlaufreifen und Fahrtraining zum sparsamen Fahren. Außerdem eine Konzentration der Investitionsmittel auf die Schienenwege und weitere Förderung des Schienennahverkehrs und eine Anlastung externer Kosten auch beim Flugverkehr.

Die Wirkung eines solchen Maßnahmenpakets im Energie- und Verkehrsbereich könnte durch einen weiteren Schritt der ökologischen Steuerreform sinnvoll verstärkt werden. "Weg vom Öl heißt in unser aller Interesse sorgsamer mit knappen Ressourcen umgehen", betont Prof. Dr. Peter Hennicke, Präsident des Wuppertal Instituts, "Mit der neuen Richtlinie wird nun die effiziente Nutzung beim Verbrauch gefördert. Die Energierechnung (Verbrauch mal
Preis) muss im Blickpunkt stehen, nicht nur der Preis der verkauften Energie. Erst dann ist der Binnenmarkt für Energiedienstleistungen komplett."
(Wuppertal Institut, 17.05.2006 - NPO)
 
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