• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Donnerstag, 30.03.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Eiweiße als „Lebensversicherung“ für Krebszellen

cFLIP stoppt den Zelltod, sein Spaltprodukt regt zusätzlich das Wachstum an

Bestimmte körpereigene Eiweiße stoppen nicht nur den Tod von Krebszellen bei der Chemotherapie, die Proteine der so genannten cFLIP-Familie regen vermutlich auch noch deren Wachstum an. Dies haben jetzt Krebsforscher in einer neuen Studie entdeckt.
Krebszellen

Krebszellen

Zu den wichtigsten Gegenspielern des programmierten Zelltods - Apoptose - gehören die Proteine der cFLIP-Familie. cFLIPs werden in vielen Tumoren vermehrt gebildet. Sie verhindern, dass eine Chemo- oder Strahlentherapie in Krebszellen Apoptose auslöst und so den bösartigen Tumor eliminiert.

Bereits bekannt war, dass cFLIPs den programmierten Zelltod abwenden, indem sie das Enzym Procaspase 8 hemmen, ein Schlüsselmolekül in der komplexen Abfolge biochemischer Signale, die zur Apoptose führt.

Im Deutschen Krebsforschungszentrum konnten nun die Wissenschaftler Dr. Inna Lavrik, Dr. Alex Golks und Dr. Dirk Brenner, dass cFLIP das Überleben einer Zelle noch über einen weiteren Mechanismus fördern kann: Ein Spaltprodukt von FLIP, genannt p22-FLIP, aktiviert den Transkriptionsfaktor NF-kappaB.


Hauptschalter für Wachstumsprozesse


In Zellen des Immunsystems ist NF-kappaB ein Hauptschalter, der viele wachstumsfördernde Prozesse auslöst. Die Wissenschaftler wiesen die NF-kappaB-Mobilisierung in T-, B- und dendritischen Zellen nach, aber auch in Tumorzellen. "Möglicherweise hilft FLIP einer Tumorzelle doppelt: Es verhindert den Zelltod, und sein Spaltprodukt p22 fördert gleichzeitig das Zellwachstum", erläutert Lavrik.

Die FLIPs, an deren Entdeckung Professor Peter Krammer im Deutschen Krebsforschungszentrum maßgeblich beteiligt war, wurden zuerst in Viren gefunden ("vFLIPs"). Mit diesen Proteinen schützen die Krankheitserreger ihre Wirtszelle davor, durch Apoptose aus dem Verkehr gezogen zu werden: Der programmierte Zelltod ist Teil des Schutzprogramms des Organismus gegen Virusinfektionen. Erst später wurde erkannt, dass FLIPs auch zur Ausstattung menschlicher Zellen gehören ("cFLIPs") und dort zur Kontrolle des programmierten Zelltods beitragen.
(idw - Deutsches Krebsforschungszentrum, 11.05.2006 - DLO)
 
Printer IconShare Icon