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Sonntag, 28.05.2017
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Deutsche Bäuche zu dick

Bauchumfang als Herz-Kreislauf-Risikofaktor belegt

Die deutschen Bäuche sind zu dick – zumindest aus medizinischer Sicht. Denn eine Studie an mehr als 55.000 Patienten hat gezeigt, dass sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht nur am Body Mass Index (BMI) sondern auch am erhöhten Bauchumfang ablesen lässt. Demnach dient die Leibesfülle als Indikator für das nicht sichtbare Fettgewebe in der Bauchhöhle, welches in direktem Zusammenhang zum Übergewicht steht.
Übergewicht wird immer häufiger

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"Mit einem durchschnittlichen Umfang von 99,9 Zentimetern bei Männern und 89,7 Zentimetern bei Frauen sind die deutschen Bäuche eindeutig zu dick“, erklärt Sigmund Silber aus München. „Und wer um die Leibesmitte zu viel Umfang ausweist, hat auch gehäuft andere Risikofaktoren für Herz- Kreislauf-Erkrankungen", fasst Silber die Ergebnisse einer Studie zusammen, die der Experte auf der 72. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim vorstellte.

An mehr als 55.000 Patienten setzten die Wissenschaftler die Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder einer bereits bekannten koronaren Herzerkrankung in Beziehung mit dem Bauchumfang. So weisen etwa Menschen mit einem erhöhten Blutdruck einen durchschnittlichen Bauchumfang von 105,3 Zentimetern (Männer) und 97,1 Zentimetern (Frauen) auf. Bei ihren nicht unter Bluthochdruck leidenden Zeitgenossen liegen die entsprechenden Bauchmaße bei 96,3 Zentimetern (Männer) und 85,7 Zentimetern (Frauen). Auch Diabetiker sind mit durchschnittlich 106,9 Zentimetern (Männer) und 100 Zentimetern (Frauen) deutlich dicker als Nicht-Diabetiker mit 98,4 beziehungsweise 88,2 Zentimetern Umfang.

Lange Zeit galt vor allem der Body Mass Index (BMI) als Ausdruck des gesamten Übergewichtes als ein wichtiger Indikator für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Zunehmend betonen Experten nun die Bedeutung des Bauchumfangs als Marker für den Anteil von nicht sichtbarem, viszeralem Fettgewebe in der Bauchhöhle. Die von Silber präsentierte Studie ging erstmals in großem Rahmen der Frage nach, wie es um das Bauchfett der Deutschen bestellt ist.


Medizinische Fachgesellschaften definieren als Hinweis auf ein erhöhtes Risiko einen Bauchumfang bei Männern von mehr als 94 Zentimetern und bei Frauen von mehr als 80 Zentimetern. Ein "deutlich erhöhtes" Risiko liegt vor, wenn bei Männern der Bauchumfang mehr als 102 Zentimeter und bei Frauen mehr als 88 Zentimeter beträgt.
(idw - Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V., 25.04.2006 - AHE)
 
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