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Donnerstag, 27.07.2017
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Bevölkerungsschwund löst Neubauboom aus

Raumordnungsprognose zeigt: immer mehr Regionen schrumpfen

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) hat eine neue Prognose zur Bevölkerungsentwicklung in Deutschland vorgelegt. Demnach schrumpfen zukünftig nicht nur Regionen im Osten sondern auch zunehmend im Westen des Landes. Trotz dieser rückläufigen Einwohnerentwicklung wird die Zahl der Haushalte in den nächsten Jahren dennoch um rund drei Prozent steigen – ein Anzeichen für die anhaltende Abkehr vom klassischen Familienhaushalt. Profitieren könnte hiervon allerdings die Bauwirtschaft aufgrund steigender Wohnungsnachfragen.
Häuserschlucht

Häuserschlucht

Zentrales Ergebnis der aktuellen Raumordnungsprognose des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ist die regionale Spaltung der Entwicklungsdynamik bei Bevölkerung, Haushalten, Erwerbspersonen und Wohnungsmarkt. So wird in den nächsten Jahren die Einwohnerzahl Deutschlands zwar nur geringfügig abnehmen, dafür aber gleichzeitig die Zahl der Haushalte um circa drei Prozent ansteigen. Dabei wird der Anteil der kleinen Haushalte auf über 75 Prozent anwachsen, während hingegen die drei und mehr Personenhaushalte überall im Land weiter abnehmen. Auf diese Weise gibt es im Jahr 2020 nach Ansicht der Wissenschaftler über eine Million Haushalte mehr als heute.

Neubaubedarf steigt an


Hieraus ergeben sich nicht nur Konsequenzen für die Sozialstruktur sondern auch für den Wohnungsmarkt. Denn bei weiterhin wachsenden Haushaltszahlen muss auch künftig mit einem immer noch spürbaren Neubaubedarf gerechnet werden. So rechnen die Wissenschaftler bis 2020 mit einem Bedarf an 3,4 Millionen Neubauwohnungen. Jahresdurchschnittlich sind das knapp 226.000 Wohnungen, davon 194.000 in den alten und 32.000 Wohnungen in den neuen Ländern. Im Zeitverlauf sinkt der jährliche Neubaubedarf, der bis 2010 auf rund 280.000 Wohnungen beziffert wird, ab. Für die letzten 5 Jahre des Prognosezeitraums wird ein Neubaubedarf von knapp 194.000 Wohnungen jährlich ausgewiesen.

Bis 2010 überwiegt in ganz Deutschland der Eigenheimbau mit jährlich 150.000 Neubauwohnungen in Ein-/Zweifamilienhäusern das Baugeschehen. Danach sinkt die Zahl der Jahrgänge in der Familienphase relativ stark ab. Infolgedessen verliert der Eigenheimneubau an Bedeutung. Die Wohneigentumsbildung schreitet auch danach weiter voran. Sie verlagert sich aber aufgrund der kleineren Haushaltsgrößen vor allem im Westen mehr auf den Geschosswohnungsbau; im Osten bleibt der Neubau von Ein-/Zweifamilienhäusern bis 2020 dominant. Insbesondere in den ländlichen Regionen der neuen Länder kann ein erhöhtes Leerstandsrisiko im vermieteten Geschosswohnungsbestand nicht ausgeschlossen werden.


Unterschiede in Ost und West


Auch wenn die Bevölkerungsabnahme zurzeit noch fast ausschließlich eine ostdeutsche Angelegenheit ist, so wird sich die Schrumpfung doch zukünftig noch mehr in den alten Länden bemerkbar machen. So liegt der Schwerpunkt der Neubautätigkeit denn auch vor allem im Umland der großen Wachstumsregionen. In den ländlichen Regionen der neuen Länder hingegen wird der Neubau im Geschoßwohnungsbau fast völlig zum Erliegen kommen. Schon bald wird nahezu die Hälfte der Bevölkerung in schrumpfenden Landkreisen oder kreisfreien Städten. Dies verlangt nach regional und örtlich angepassten Entwicklungsstrategien, so die Studie.
(Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), 13.04.2006 - AHE)
 
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