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Donnerstag, 30.03.2017
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Stammzellen in Blutgefäßen entdeckt

Neue Möglichkeiten für die Tumorforschung

Nicht nur im Blut, sondern auch in der Wand von Adern und Venen existieren Stammzellen, die entscheidend an der Neubildung von Blutgefäßen beteiligt sind. Dies haben jetzt Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf entdeckt. Die neuen Erkenntnisse könnten nach Ansicht der Mediziner sowohl für die Tumorforschung als auch für die Behandlung von Gefäßverschlusserkrankungen von Bedeutung sein.
Stammzellen

Stammzellen

Blutgefäße bestehen aus drei Schichten: der Gefäßinnenwand (Endothel), einer Schicht aus glatten Muskelzellen sowie der äußeren Gefäßwand aus Bindegewebe. Die UKE-Wissenschaftler haben nun entdeckt, dass sich in der äußeren Gefäßwand zwischen der Muskelschicht und dem Bindegewebe Stammzellen befinden, die sich zu an der Gefäßneubildung beteiligten Endothelzellen entwickeln können. Bisher war nur bekannt, dass solche Vorläuferzellen im Blut enthalten sind.

Tumorzellen, die Vorläuferzellen zur Gefäßneubildung aktivieren müssen, um sich ernähren zu können, finden ihre "Ansprechpartner" also schon in der äußeren Gefäßwand und nicht erst im Inneren der Gefäße, so die Forscher in der internationalen Fachzeitschrift "Development".

Dies könnte nach Ansicht der Wissenschaftler auch der Grund sein, warum die bisher auf dem Markt befindlichen Medikamente zur Blockade der Gefäßneubildung und damit zum "Aushungern" des Tumors meistens nur wenig Wirkung zeigen, sprechen diese doch nur die Endothelzellen an. Die jetzt veröffentlichte Arbeit bietet Ansatzpunkte für die Forschung zur Entwicklung neuer Medikamente.

Anders als bei Tumorerkrankungen ist bei Gefäßverschlusserkrankungen die Neubildung von Blutgefäßen erwünscht. Im Blut zirkulierende Vorläuferzellen haben jedoch bei älteren Menschen ein verringertes Entwicklungspotenzial. Die UKE-Wissenschaftler haben deutliche Anzeichen dafür, dass die in der äußeren Gefäßwand entdeckten Vorläuferzellen dagegen auch im hohen Alter noch über eine große Kapazität verfügen, so dass sie sich eventuell besser für die gezielte Neubildung von Gefäßen nutzen lassen.
(idw - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, 11.04.2006 - AHE)
 
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