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Sonntag, 26.03.2017
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Flussauen weiter in Not

Neue BfN-Studie zeigt großen Handlungsbedarf zum Schutz der Flussufer

Eine neue Studie hat erneut auf die Bedrohung der Flussauen als natürlichen Lebensraum aufmerksam gemacht. Die Forscher des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) empfehlen den Bundesländern spezielle Auenprogramme aufzulegen, um die naturschützerischen Ziele mit der Umsetzung der EU-Wasserrahmen-Richtlinie (WRRL) abzustimmen.
Flussufer

Flussufer

"Die Flussauen sind nicht nur für den vorsorgenden Hochwasserschutz von großer Bedeutung, sondern sie nehmen als Laichhabitat und "Kinderstube" für Fische eine sehr wichtige Lebensraumfunktion wahr. Einen großen Stellenwert hat auch die Regulationsfunktion von Flussauen für den Wasser-, Nährstoff- und Sauerstoffhaushalt von Fließgewässern," erläutert BfN-Präsident Hartmut Vogtmann die ökologische Bedeutung von Auenlandschaften. Doch die Auen sind durch Flussbegradigungen und Verbau der Uferzonen vielerorts bedroht.

Das BfN macht nun mit einem Forschungsvorhaben auf den akuten Handlungsbedarf zum Erhalt und Entwicklung der Flussauen in Deutschland aufmerksam. Das Forschungsvorhaben gibt insgesamt 16 Empfehlungen für eine konkrete Zusammenarbeit von Naturschutz und Wasserwirtschaft bei der Umsetzung der EU-Wasserrahmen-Richtlinie (WRRL). So sind bis zum Jahr 2009 im Zeitplan der WRRL die Aufstellung der Bewirtschaftungspläne und Maßnahmenprogramme für die Flussgebietseinheiten vorgesehen. "Diese Maßnahmenprogramme sollten von Fachbehörden der Wasserwirtschaft gemeinsam mit dem staatlichen Naturschutz aufgestellt werden," empfiehlt Vogtmann.

In der aktuellen Studie wird eine stärke Einbeziehung der Landschaftsplanung bei der Wasserwirtschaft empfohlen, weil diese die Anforderungen der WRRL an die räumliche Planung aufgreifen und diese in ein umweltbezogenes Entwicklungskonzept integrieren kann. Des Weiteren könnte die Neuausrichtung oder auch Neuausweisungen von Schutzgebieten einen wichtigen Beitrag innerhalb der Maßnahmenprogramme der WRRL leisten. Beispielsweise zielt die Schutzgebietskategorie "Landschaftsschutzgebiet" vorrangig auf den Erhalt, die Entwicklung und Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes ab. Damit könnte ein Beitrag zum Schutz der Ressource "Wasser" als einem zentralen Element des Naturhaushaltes geleistet werden.


Die Entwicklungsmöglichkeiten, die sich für Flussauen aus dem ökosystemaren Ansatz der Wasserrahmenrichtlinie ergeben, sind in dem Forschungsvorhaben des BfN näher untersucht worden. Der Bericht wurde nun veröffentlicht. "Ich bin sicher, dass die von den Forschungsnehmern geleistete Aufarbeitung des Themenfeldes "Flussauen und Wasserrahmenrichtlinie" ein guter Beitrag zur Umsetzung der WRRL ist und den beteiligten Akteuren im behördlichen Naturschutz, in der Wasserwirtschaft und in den Naturschutzverbänden eine wichtige Informationsquelle an die Hand gegeben wird", sagte Vogtmann.
(Bundesamt für Naturschutz, 07.04.2006 - AHE)
 
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