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Dienstag, 30.05.2017
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Bienenbeine machen Flug schneller

Beine stabilisieren Fluglage und beschleunigen so den Flug

Wenn Flugzeuge ihr Fahrgestell nicht einziehen, verlieren sie an Geschwindigkeit und verbrauchen mehr Treibstoff. Wenn dagegen Bienen ihre Hinterbeine hängen lassen, macht es sie schneller. Das haben amerikanische Wissenschaftler in einer Studie an Orchideenbienen herausgefunden.
Orchideenbienen beim Zielflug

Orchideenbienen beim Zielflug

Die Orchideenbienen umfassen verschiedene leuchtend bunte, tropische Bienenarten. Alle sind schnelle, starke Flieger, die auch lange Distanzen problemlos überwinden. Auf der Suche nach Blüten, von deren Nektar sie sich ernähren, legen einige von ihnen bis zu 50 Kilometer zurück. Stacey Combes von der Universität von Kalifornien in Berkeley und ihre Kollegen untersuchten das Flugverhalten von Orchideenbienen im Windtunnel. Mithilfe von Duftölen brachten sie die Tiere dazu, gegen den Wind anzufliegen.

Das Ergebnis: Die Bienen erreichten eine Maximalgeschwindigkeit von 7,25 Metern pro Sekunde. Dann ließen jedoch nicht etwa ihre Kräfte nach, sondern sie verloren ihre stabile Fluglage: „Sie rollen seitwärts oder sogar auf den Rücken und fallen dann zu Boden“, erklärt Combes. Nach Ansicht der Forscherin deutet dies darauf hin, dass der limitierende Faktor nicht Muskelkraft oder die Amplitude ihres Flügelschlags ist, sondern die Balance und stabile Körperneigung.

Und genau hier kommen die Beine ins Spiel. Denn die Forscher beobachteten, dass die Tiere bei hohen Fluggeschwindigkeiten ihre Hinterbeine nicht etwa einzogen, sondern sogar weit ausstreckten. „Die Beine ausgestreckt zu haben erzeugt stabilisierende Kräfte und hilft, das Trägheitsmoment und die Drehneigung zu verringern, ähnlich wie ein Eiskunstläufer, der seine Arme ausbreitet um im Gleichgewicht zu bleiben“, so Combes. „Die Hinterbeine gleichen zudem Flugzeugflügeln und das erklärt wahrscheinlich, warum sie auch dazu beitragen, Auftrieb zu generieren.“


Die Ergebnisse der Bienenforscher könnten auch für die Entwicklung neuer Technologien, insbesondere von Miniatur-Fluggeräten für Such- und Bergungsmissionen, interessant sein. „Es könnte hilfreich sein, die Anzahl der Kontrollkomponenten reduzieren zu können in dem man nur eine Struktur wie die Bienenbeine nutzt um sowohl die Neigung als auch das Rollen in der Luft zu kontrollieren“, so Combes. Die Forscherin präsentiert ihre Ergebnisse am 4. April auf der Jahreshautversammlung der Society for Experimental Biology in Canterbury.
(Society for Experimental Biology, 04.04.2006 - NPO)
 
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