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Sonntag, 26.03.2017
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Jagd auf Piratenfischer vor Guinea

Greenpeace unterstützt Behörden des Landes

Jagd auf Piratenfischer vor der Küste Guineas macht jetzt die Umweltorganisation Greenpeace. Gemeinsam mit Fischerei-Inspektoren des westafrikanischen Staates und der Umweltrechtsstiftung Environmental Justice Foundation wollen sie die Fischer, die illegal die Fischbestände in der Meeresregion im Ostatlantik plündern, festnehmen, bevor sie ihre Beute über europäische Häfen verkaufen können.
Fischtrawler

Fischtrawler

In den letzten zehn Tagen hatten die Umweltschützer nach eigenen Angaben „undercover“ fast 70 Fischfangschiffe erfasst. Die Schiffe, die aus Italien, China, Korea, Liberia und Belize kommen, fischen zum Teil sogar innerhalb der Zwölf-Meilen-Zone und damit in einem Gebiet, das für die Versorgung der lokalen Bevölkerung in einem der ärmsten Länder der Erde von großer Wichtigkeit ist.

„Piratenfischerei ist eine große Bedrohung für die Ozeane. Deshalb geben wir den Behörden von Guinea Amtshilfe im Kampf gegen die Plünderer. Die Behörden haben sonst keine Möglichkeiten, diese Leute zu fassen“, sagt Timo Liebe, Hamburger Aktivist an Bord des Greenpeace-Schiffs Esperanza.

Westafrika ist die einzige Region der Erde, in der der Fischkonsum zurückgeht - unfreiwillig. Die örtlichen Fischer, die meist nur Kanus haben, stehen in Konkurrenz zu den großen ausländischen Trawlern, die illegal in die Fanggründe fahren und sich dabei bis auf wenige Meilen an die Küste heranwagen. Der Fisch wird noch auf See auf Kühlschiffe umgeladen, falsch deklariert und unter anderem über den Hafen Las Palmas auf den Kanaren auf den europäischen Markt gebracht.


30 Prozent der gesamten Fangmenge in den Weltmeeren illegal?


Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass die illegalen Fischer über 30 Prozent der gesamten Fangmenge in den Weltmeeren abschöpfen - unkontrolliert und weit über das hinaus, was die Bestände vertragen. Allein in Guinea erbeuten Piratenfischer Fisch für knapp 100 Millionen Euro. Die Einheimischen gehen leer aus. „Es ist widersinnig, wenn Europa auf der einen Seite große Mengen an Hilfsgeldern ausgibt und auf der anderen die Beute importiert. Sehen die Menschen in Westafrika keine Zukunft mehr, machen sich viele von ihnen auf den Weg nach Norden, nach Europa“, so Timo Liebe.

Westafrika ist die zweite Station der über einjährigen Expedition der Esperanza zum Schutz der Weltmeere. Nach der ersten Fahrt in die Antarktis zum Protest gegen japanische Walfänger ist das größte Greenpeace-Schiff nun vor Westafrika.

Greenpeace fordert Schutzgebiete zu Land und zu Wasser. Nur in solchen Gebieten ohne menschliche Nutzung kann die Artenvielefalt des Planeten überleben und außerhalb dieser Schutzzonen auch schonend genutzt werden. Auf der Konferenz zur Artenvielfalt (CBD), die zur Zeit in Brasilien stattfindet, hat Greenpeace genau ein solches Netzwerk an Schutzgebieten zu Wasser und zu Land vorgestellt. An Land sind es vor allem die letzten großen Urwaldregionen, die so vor der Zerstörung gerettet werden müssen. Auf dem Meer geht es um 40 Prozent der Ozeane.
(Greenpeace, 30.03.2006 - DLO)
 
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