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Donnerstag, 30.03.2017
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Frühwarnsystem für Vogelgrippe

Wissenschaftler fordern umfassendes Monitoring von Zugvögeln und Mardern

Wildtiere, die Aasfresser sind oder auf Beutejagd gehen, sollten systematisch auf den Vogelgrippe-Erreger hin untersucht werden. Dies hat jetzt der Direktor des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), Professor Heribert Hofer, gefordert. Vor allem Wildvögel und Tiere aus der Gruppe der Marder müsste das Monitoring-Programm überwachen, so Hofer.
Zugvögel

Zugvögel

"Dieses Monitoring könnte die Funktion eines Frühwarnsystems erfüllen und solle unbedingt Zugvögel in Deutschland, Europa, Asien und Afrika einbeziehen, da wichtige Vogelzugstrecken Asien, Afrika und Europa verbinden", sagt Hofer.

Zusammen mit Kollegen von der Gesellschaft für Tropenökologie (gtö) hat Hofer dazu eine Resolution verabschiedet. Darin heißt es unter anderem: "Die Lebensräume unseres Planeten sind sehr viel stärker miteinander vernetzt, als dies in der Öffentlichkeit normalerweise wahrgenommen wird."

Umfrage: Angst vor Vogelgrippe steigt


Unterdessen hat das Institut für Demoskopie in Allensbach im Rahmen einer Umfrage ermittelt, dass die Angst vor der Tierseuche bei der Bevölkerung beständig wächst, seitdem das Vogelgrippevirus Deutschland erreicht hat. So fühlten sich im November letzten Jahres nur fünf Prozent durch die Vogelgrippe verunsichert. Die toten Schwäne auf Rügen und die infizierten Enten am Bodensee haben inzwischen jedoch dafür gesorgt, dass jeder Fünfte fürchtet, er könnte an der Vogelgrippe erkranken.


Doch anders als vor fünf Jahren, als die Rinderseuche BSE die Schlagzeilen beherrschte, sieht die Mehrheit der Bevölkerung im Moment im Virus der Vogelgrippe noch keine persönliche Gefahr, so die Meinungsforscher. Damals, im Januar 2001, auf dem Höhepunkt der Angst vor BSE, fühlte sich mehr als jeder zweite aus der Bevölkerung (54 Prozent) in Gefahr, jetzt im Blick auf die Vogelgrippe bleiben die meisten (72 Prozent) jedoch gelassen.

Deutsche fühgeln sich gut informiert


Nach Ansicht der Demoskopen könnte dies damit zu tun haben, dass sich die meisten in Deutschland ausreichend über die Geflügelkrankheit und ihre Gefahren informiert fühlen. 58 Prozent gaben das in einer Allensbacher Umfrage von Februar/März zu Protokoll. Nicht ausreichend informiert fühlen sich 31 Prozent.

Die Essgewohnheiten sind unter dem Eindruck der Vogelgrippe, so die Umfrageergebnisse, längst nicht so gravierend verändert worden wie zurzeit von BSE. Damals versuchte mehr als jeder zweite (58 Prozent), den Verzehr von Rindfleisch ganz zu vermeiden oder wenigstens zu verringern. Jetzt verhalten sich immerhin aber dennoch immerhin 28 Prozent ablehnend gegenüber dem Verzehr von Geflügel. Acht Prozent haben Geflügelfleisch ganz aus ihrem Speiseplan gestrichen, 20 Prozent essen weniger Geflügelfleisch als noch vor Monaten. Weitere 13 Prozent planen, demnächst lieber kein Geflügel mehr zu essen.

Das Institut für Demoskopie in Allensbach befragte zwischen dem 23. Februar bis 8. März 2006 insgesamt 2.065 Bürger in Deutschland.
(idw - Forschungsverbund Berlin / Institut für Demoskopie in Allensbach, 29.03.2006 - DLO)
 
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