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Freitag, 24.03.2017
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Wasser als Menschenrecht?

Weltwassertag am 22. März

Über eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Zudem müssen mehr als 2,6 Milliarden Menschen ohne geeignete sanitäre Anlagen auskommen. Um auf diese Situation hinzuweisen, haben die Vereinten Nationen den 22. März zum Tag des Wassers erklärt. In diesem Jahr steht er unter dem Motto „Wasser und Kultur“. Während Umwelt- und Hilfsorganisationen in Deutschland anlässlich des Weltwassertags eine „Unkultur“ beim Umgang mit Wasser beklagen und den Zugang zu sauberem Wasser als Menschenrecht fordern, hat das Bundesumweltministerium (BMU) eine positive Bilanz der deutschen Wasserpolitik gezogen.

„Unkultur“ beim Umgang mit Wasser?


Trinkwasser

Trinkwasser

Zum Tag des Wassers hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) dazu aufgerufen, die „allgegenwärtige Unkultur beim Umgang mit Wasser“ zu beenden und das Lebensmittel Nummer Eins sorgsamer zu behandeln. Obwohl in Deutschland insgesamt genügend Wasser vorhanden sei, gebe es auch hierzulande immer wieder vor allem in Ballungsräumen und landwirtschaftlich geprägten Gebieten große Wasserprobleme. Hauptursache des regionalen Wassermangels sei der Abbau von Kohle und die Übernutzung von Wasservorkommen. Hauptquelle der Grundwasserverschmutzung sei der massive Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln.

Mehr als die Hälfte der untersuchten Grundwasservorkommen in Deutschland und rund ein Drittel in der europäischen Union seien, so der Bund, bereits stark mit Schadstoffen belastet. Um hier Abhilfe zu schaffen, werde derzeit auf EU-Ebene eine Grundwasserrichtlinie erarbeitet. In dem vorliegenden Entwurf fehlten jedoch die ausreichende Begrenzung des Eintrags von Schadstoffen und ein wirksamer Schutz der im Grundwasser lebenden Kleintiere. Letztere seien vor allem für die Reinigung des Grundwassers unentbehrlich. Die EU-Parlamentarier und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel müssten dafür Sorge tragen, dass das Grundwasser als wichtigste Trinkwasserressource endlich besser geschützt werde. In ihrer jetzigen Form erlaube die Grundwasserrichtlinie die weitere Verschmutzung der Gewässer. Der Vorsorgeaspekt müsse stärker berücksichtigt werden.

Auch jeder einzelne kann nach Ansicht des BUND zu einem kulturvollen Umgang mit Wasser beitragen. Neben der Vermeidung von Verschmutzungen müsse ein vernünftiger Umgang mit Trinkwasser zur Selbstverständlichkeit werden. Wasserdurchlaufbegrenzer, Spartasten, Mehrfachnutzungen des Wassers und geschlossene Wasserkreisläufe könnten die Wasserressourcen schonen.


BMU zieht Bilanz deutscher Wasserpolitik


Astrid Klug, Parlamentarische Staatssekretaerin im Bundesumweltministerium, hat dagegen eine positive Zwischenbilanz der deutschen Wasserpolitik gezogen und gleichzeitig die diesjährige Natursportkampagne „NATURATHLON 2006“ unter dem Motto „Wasser bewegt“ gestartet.

In Deutschland wurden, so Krug, hinsichtlich der Qualität des Wassers in den vergangen Jahren große Fortschritte erzielt. So würden beispielsweise mittlerweile rund 85 Prozent aller Abwässer in Deutschland von dreistufigen Kläranlagen gereinigt, bevor sie in die Flüsse und Seen gelangen. Die Verbesserungen im Umgang mit Wasser beträfen alle Bereiche. Aber es gehe im Gewässerschutz nicht nur um die Reinhaltung des Wassers selbst, es gehe auch um den Schutz der Gewässer insgesamt. „Wir erleben derzeit eine Neuausrichtung im Gewässerschutz. Gewässer werden zunehmend als Lebensraum fuer Mensch und Natur angesehen“, sagte Klug.

Wassermangel verschärft Folgen von Hungersnöten


Die Deutsche Welthungerhilfe weist im Zusammenhang mit dem Weltwassertag darauf hin, dass Wassermangel die Folgen von Hungersnöten massiv verschärft. "Etwa 3,5 Millionen Menschen in Kenia haben nicht ausreichend zu essen. Aber noch mehr Menschen, insgesamt fast fünf Millionen, werden dauerhaft gesundheitliche Schäden davon tragen, weil sie nicht genug zu trinken haben", sagt Iris Krebber von der Welthungerhilfe in Kenia.

Kenia gehört zu den chronischen Wassermangelgebieten. Rund zwei Drittel der 32 Millionen Kenianer leben auf dem Land, etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung lebt in Trockengebieten. Aber nur zwölf Prozent der ländlichen Bevölkerung hat Anschluss an eine Wasserleitung. Der Rest schöpft Wasser aus Flüssen und Brunnen, die in Trockenzeiten versiegen können. "Die Menschen sind geschwächt", sagt Krebber. "Sie können nicht mehr weit laufen, um Wasser zu holen. Oft trinken sie in ihrer Verzweiflung verschmutztes Wasser und werden dadurch krank und sterben."

"Oft könnten Hungersnöte verhindert werden, wenn die Menschen systematisch mit sauberem Wasser versorgt würden", ergänzt Wolfgang Jamann von der Hilfsorganisation CARE International. Er fordert deshalb den "Zugang zu sauberem Wasser als Menschenrecht" zu deklarieren.
(BMU, BUND, WHH, CARE International, 22.03.2006 - DLO)
 
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