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Samstag, 25.03.2017
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Meeresalgen gegen Diabetes?

Eingepflanzte Mikrokapsel gibt Insulin ab

Australische Wissenschaftler haben möglicherweise ein neues Verfahren zur Behandlung vom Typ1-Diabetes gefunden. Hierbei werden Insulin produzierende Zellen in Mikrokapseln aus Meeresalgen verschlossen und dem Patienten einmalig unter die Haut gepflanzt. Die Kapsel geben Insulin ab und werden aufgrund ihrer Oberflächenstruktur vom Körper nicht als Fremdkörper eingestuft. Dies macht die gleichzeitige Einnahme von immunsupressiven Medikamenten überflüssig.
Sport schützt vor Diabetes

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Einhundertdreißigtausend Australier leiden an der oft im jugendlichen Alter auftretenden Form der Typ1-Diabetes, bei der die körpereigenen Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse funktionsunfähig sind. Bei dieser Form der Diabetes ist es notwendig, sich mehrmals am Tag Insulin zu spritzen, um zu überleben. Im Prince of Wales Krankenhaus in Sydney wurde nun von Wissenschaftlern der University of New South Wales (UNSW) zum ersten Mal eine neue Behandlungsmethode an Patienten angewandt.

Im Gegensatz zur Verpflanzung einer intakten Bauchspeicheldrüse eines Spenders werden bei diesem neuartigen Verfahren nur die so genannten "Inseln", die die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse enthalten, aus einem Spender-Organ isoliert. Diese Inselzellen werden dann in aus Meeresalgen bestehende winzige Mikrokapseln verpackt. Die Mikrokapseln besitzen feinste Poren, die den Durchlass von Nährstoffen zu den Zellen und von Insulin aus den Kapseln zu den Zellen des Empfängers ermöglichen.

Die Poren der Kapseln sind jedoch zu klein, um Immunzellen des Empfängers, die die körperfremden Insulin produzierenden Zellen zerstören würden, durchzulassen. Dies verhindert eine Abstoßungsreaktion der Inselzellen durch das Immunsystem des Empfängers. Die Behandlung umfasst eine simple einmalige Injektion dieser Kapseln durch die Haut in den Unterleib, während der Patient bei vollem Bewusstsein ist.


In der Vergangenheit, so erklärt Bernie Tuch vom Diabetes Zentrums, wurde nur einer kleinen Anzahl von Menschen, die in jungen Jahren an Diabetes litten, Insulin produzierende Zellen transplantiert, die nicht in Mikrokapseln platziert waren. Die Patienten mussten regelmäßig und über einen langen Zeitraum hinweg immunsupressive Medikamente einnehmen, um zu verhindern, dass der Körper die Zellen abstieß. Solche Medikamente haben Nebenwirkungen zur Folge, wie zum Beispiel ein erhöhtes Infektions- oder Krebsrisiko.
(idw - Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke- Heinemann, 14.03.2006 - AHE)
 
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