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Samstag, 25.03.2017
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Singen stärkt Immunsystem

Erhöhte Immunoglobin A-Werte nach Chorprobe nachgewiesen

Singen ist ein archaisches und elementares Ausdrucksbedürfnis des Menschen. Ob allein unter der Dusche oder im Chor - fast jeder hat sich schon einmal beim trällern eines Liedes ertappt. Wissenschaftler der Universität Frankfurt haben nun untersucht, wie Singen sich auf den menschlichen Organismus auswirkt. Es zeigte sich, dass der Gesang für höhere Konzentrationen von Immunoglobin-A sorgt und damit sogar die Immunkompetenz erhöhen könnte.
Schon seit längerem vermuten Forscher, dass musikalische Tätigkeiten subjektive Stimmungen aber auch physiologische Vorgänge im autonomen Nervensystem Beeinflussen können. Das Anhören von Musik soll sich jedoch anders auswirken als eigene musikalische Aktivität.

Mozarts Requim im Dienste der Forschung


Zur Überprüfung dieser Hypothese wurde der Laienchor einer Frankfurter Kirchengemeinde ausgewählt, der Mozarts Requiem für eine Aufführung probte. In zwei aufeinander folgenden Chorproben wurden subjektive und physiologische Veränderungen zunächst beim Singen und in einer weiteren Probe eine Woche später beim Anhören von Mozarts Requiem erfasst. Jede Versuchsbedingung nahm 60 Minuten in Anspruch, wobei quantitative Vorher-Nachher-Vergleiche hinsichtlich positiver und negativer Stimmungen sowie den Konzentrationen von Cortisol und Immunoglobulin A, einer Kenngröße des Immunsystems, angestellt wurden.

Immunstärkung nachgewiesen


Die Ergebnisse zeigen statistisch signifikante positive Veränderungen der Immunkompetenz beim Singen, nicht aber beim bloßen Hören von Chormusik. Zugleich waren die subjektiven Stimmungen nach dem Singen deutlich verbessert. Diese Ergebnisse, die in einer der kommenden Ausgaben des "Journal of Behavioral Medicine" publiziert werden, unterstützen die Vermutung, dass aktives Singen deutlich stärkere Wirkungen aufweist als das bloße Anhören von Musik.


In weiteren Studien sind Spezifität und Nachhaltigkeit der kurzfristig gemessenen Effekte weiter zu klären. Dies erscheint schon deshalb lohnend, da sich allein in Deutschland etwa 3,2 Millionen aktive Chorsänger in mehr als 60.000 Chören zusammenfinden. Sofern sich durch weitere Studien mittelbare Einflüsse des Singens auf Immunsystem und Gesundheit nachweisen lassen, könnten sängerische Aktivitäten in Laienchören im Zuge etwa von künftigen Gesundheitsreformen möglicherweise eines Tages neu bewertet werden...
(Informationsdienst Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main), 20.01.2004 - NPO)
 
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