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Samstag, 27.05.2017
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Gedächtnis-Gene bei Mensch und Schnecke gleich

Studie: Kaum Unterschiede bei grundlegende Mechanismen der Gedächtnisbildung

Gene, die bei Schnecken einfache Formen von Erinnerung und Lernen steuern, spielen auch beim menschlichen Gedächtnis eine wichtige Rolle. Dies haben jetzt Wissenschaftler der Universität Zürich herausgefunden. Sie berichten über ihre Ergebnisse in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "Proceedings of the National Academy of Science".
DNA-Strang

DNA-Strang

Jahrzehntelange Forschung an Meeresschnecken, Fliegen und Mäusen hatte in den letzten Jahren zur Entdeckung einer Vielzahl von gedächtnisrelevanten Genen in diesen Organismen geführt. Bei der Schnecke beispielsweise steuern diese Gene einfache Formen von Lernen und Gedächtnis.

Dominique de Quervain und Andreas Papassotiropoulos, beide Professoren des Schweizerischen Nationalfonds an der Universität Zürich, konnten nun nachweisen, dass ähnliche Gene auch beim Menschen eine wichtige Rolle bei Gedächtnisprozessen spielen. Zudem zeigten die Forscher, dass diese Gene die Hirnaktivität in solchen Hirnregionen steuern, die wichtig für das Gedächtnis sind. Die untersuchten Gene sind für die Herstellung von Signalmolekülen in Nervenzellen verantwortlich.

Netzwerk von Genen mit gedächtnisrelevanten Funktionen


"Obwohl der Mensch dank seines weit entwickelten Gehirns natürlich viel komplexere Gedächtnisfunktionen als eine Schnecke hat, deuten unsere Befunde darauf hin, dass die grundlegenden molekularen Mechanismen der Gedächtnisbildung sehr ähnlich funktionieren", sagt Dominique de Quervain.


"Die modernen genetischen Verfahren haben es uns ermöglicht, erstmals beim Menschen ein Netzwerk von Genen mit gedächtnisrelevanten Funktionen zu beschreiben. Noch vor zehn Jahren wäre diese Forschung nicht möglich gewesen", kommentiert Papassotiropoulos die Ergebnisse.

Die beiden Forscher hoffen, dass ihre Befunde zu einem besseren Verständnis der Funktionsweise des Gedächtnisses beim Menschen beitragen und dass dadurch neue Wege zur Behandlung von Gedächtnisstörungen ermöglicht werden.
(idw - Universität Zürich, 07.03.2006 - DLO)
 
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