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Sonntag, 14.03.2010
Winter werden stürmischer
WWF skizziert Auswirkungen des winterlichen Klimawandels in Europa
Die Winter in Europa werden in Zukunft ungemütlicher. Zu diesem Ergebnis kommt ein gestern vorgestellter Klimareport des WWF. Zwar steige die Temperatur tendenziell an, doch das Wetter werde unbeständiger. Der WWF geht davon aus, dass sowohl die Zahl als auch die Stärke der europäischen Winterstürme in Zukunft erheblich zunehmen dürften, wenn es nicht gelingt, den Ausstoß an Treibhausgasen wesentlich zu reduzieren.

Tiefdruckwirbel
Tiefdruckwirbel
© NOAA
Besonders Großbritannien und die Niederlande müssen sich auf heftige Orkane einstellen. Die Klimamodelle rechnen hier mit einer Zunahme der Winterstürme um bis zu 25 Prozent. Auch Deutschland bleibt von den klimatischen Veränderungen nicht verschont. Die Wahrscheinlichkeit, dass schwere Stürme zuschlagen, steigt vor allem an der Küste um etwa zehn Prozent. Betroffen wären wichtige Häfen wie Hamburg und Bremerhaven und touristische Regionen, etwa die Nordseeinsel Sylt. Besonders gravierend dürfte sich die prognostizierte Zunahme der Windgeschwindigkeiten von bis zu 16 Prozent auswirken.

„Mit der Windgeschwindigkeit steigt zugleich die Zerstörungskraft der Orkane. Schon ein geringfügiger Anstieg der Spitzengeschwindigkeiten kann zu einer Vervielfachung der Schäden führen“, erläutert Matthias Kopp, Klimaexperte beim WWF Deutschland. „Stürme wie „Lothar“, der 1999 in Baden-Württemberg eine Spur der Verwüstung hinterließ, liefern einen Vorgeschmack auf das was uns erwartet, wenn wir beim Klimaschutz scheitern.“

Vier Grad mehr bis 2100?
Das WWF Szenario zeigt, was passiert, wenn es nicht gelingt, den Treibhausgasausstoß weltweit entscheidend zu verringern. Es legt einen etwa doppelt so hohen Kohlenstoffgehalt in der Atmosphäre (771ppm) zugrunde wie heute und beruht auf der Annnahme, das weiter so gewirtschaftet wird wie bisher. Dann wäre bis zum Ende des Jahrhunderts mit einem Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur von drei bis vier Grad zu rechnen. „Wir müssen mehr tun, damit dieses Schreckensszenario nicht eintritt“, betont Matthias Kopp.

Noch bestehe die Chance, die Auswirkungen des Klimawandels durch eine konsequente Politik zu mildern. Für Deutschland sei insbesondere der Umstieg auf saubere Energien im Stromsektor entscheidend. Für den WWF kommt dabei der Ausgestaltung des europäischen Emissionshandels eine Schlüsselrolle zu. „Wir brauchen stärkere Anreize für die Industrie, in klimafreundliche Brennstoffe und Technologien zu investieren. Zudem müssen ehrgeizigere Ziele, CO2 zu verringern, gesetzt werden“, fordert Matthias Kopp. Es gelte das Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche: Umweltverträgliche Techniken müssten belohnt und CO2-Schleudern zur Kasse gebeten werden.

Um den Forderungen Nachdruck zu verleihen hat der WWF eine E-Mail Aktion an Bundesumweltminister Sigmar Gabriel gestartet. Er wird aufgefordert, mit dem so genannten nationalen Allokationsplan politische Rahmenbedingungen für eine anspruchsvolle CO2 -Reduktion herbeizuführen.
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