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Donnerstag, 25.05.2017
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Wie rasant ist der Klimawechsel in der Arktis?

EU-Projekt DAMOCLES erforscht die Auswirkungen der Erwärmung

In den letzten Wochen mehrten sich die Meldungen über einen besorgniserregenden Anstieg der Temperaturen in der Arktis. Wie das arktische Eis an Land und Meer auf diesen Anstieg reagiert, soll jetzt das Projekt DAMOCLES erforschen. Mit gebündelter Kraft wollen über 100 Experten aus 45 Instituten in 11 europäischen Ländern sowie Russland, die Veränderungen des globalen und insbesondere des arktischen Klimas erforschen.
Eisberg

Eisberg

Die Gefahr, die von einem schnellen Klimawechsel ausgeht, ist inzwischen vielen Menschen bewusst: Stürme und Unwetter nehmen zu, Niederschläge bleiben aus oder fallen so reichlich, dass ganze Regionen „Land unter“ melden. Temperaturen verändern sich. Der Name des Projektes, der an drohende Gefahren erinnert, bedeutet in der übersetzten Langfassung: „Entwicklung arktischer Modell- und Beobachtungskapazitäten für Langzeit Umweltstudien“. Und genau dies soll das Ergebnis des Projektes sein. Der eindringliche Name ist nicht von ungefähr gewählt.

Besorgniserregend: Schmelzendes Meereis


Schon seit zwei Jahrzehnten schrumpft in der Arktis die von Meereis bedeckte Fläche: Jahr für Jahr um 37.000 Quadratkilometer, etwas mehr als die Fläche Baden-Württembergs. Die Fläche des insgesamt in diesem Zeitraum geschmolzenen Meereises würde die zehn neuen EU-Mitglieder komplett abdecken. Gleichzeitig verringerte sich die durchschnittliche Dicke des verbliebenen Eises von 3,10 Meter auf 1,80 Meter. Prognosen besagen, dass das mehrjährige arktische Meereis in einigen Dutzend Jahren verschwunden sein könnte. Eisbedecktes Meer im Sommer würde dann der Vergangenheit angehören.

Forschungsschiffe im Eis

Forschungsschiffe im Eis

Wie der aktuelle Zustand in der Arktis aussieht, misst vor allem das Institut für Umweltphysik an der Bremer Universität, die die detailliertesten globalen Eiskarten für die Arktis liefern. Sie werden täglich weltweit genutzt, unter anderem vom Forschungsschiff Polarstern des AWI. Auch Arved Fuchs nutzte sie, um damit sicher durch die Nordwestpassage zu gelangen. Darüber hinaus liefern Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts exakte Daten über die Verteilung von Feuchte und Temperatur in der Atmosphäre über dem Meereis: Wichtige Daten, um die Modelle über das Klimageschehen in der Arktis mit zutreffenden Daten zu füttern und zu überprüfen.


DAMOCLES überprüft Klimaentwicklung


DAMOCLES will bisherige Prognosen zum Schicksal des Meereises überprüfen und Auswirkungen der Entwicklungen auf das regionale und globale Klima aufspüren. Dies geht nur mit dem im Programm geplanten langfristigen Beobachtungs- und Vorhersagesystem für den Arktischen Ozean. Denn: die Arktis reagiert besonders empfindlich auf Veränderungen des Weltklimas. Nicht nur in allen Klimamodellen, sondern auch bei den tatsächlich gemessenen Werten ist dies die Region mit dem größten Temperaturanstieg während der letzten Jahre.

Meereiskarte der Arktis

Meereiskarte der Arktis

Um zum Ziel zu gelangen, müssen die Forscher zunächst entsprechende Technologien entwickeln, um in der unzugänglichen Gegend Daten sammeln zu können; dann müssen sie Programme schreiben, um aus den enormen Mengen an Daten sinnvolle Ergebnisse zu gewinnen. Ihre Ergebnisse wiederum müssen sie den Entscheidungsträgern verständlich machen, so dass diese handeln können. Zudem hat sich DAMOCLES auf die Fahnen geschrieben für die nächste Schüler- und Studentengeneration Unterrichtsmaterial zu erstellen, das die Zusammenhänge deutlich darstellt.

DAMOCLES ist darüber hinaus eine ideale Gelegenheit, die polare Klimaforschung innerhalb Europas zusammenzuführen und mit den Partnern in Nordamerika und Asien stärker zu verknüpfen. Insgesamt beträgt das Finanzvolumen des zunächst auf vier Jahre angelegten Projektes 16 Millionen Euro. Das Projekt ist ein bedeutender Beitrag der EU zum Internationalen Polarjahr 2007/2008.

Link:


Täglich aktualisierte Eiskarten von Arktis und Antarktis
(Kirsten Achenbach/DFG-Forschungszentrum Ozeanränder Bremen; Institut für Umweltphysik der Universität Bremen , 20.02.2006 - AHE)
 
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