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Freitag, 27.05.2016
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Tierfett wird zu Biodiesel

Grazer Forscher finden neue Treibstoff-Quellen

Der anhaltende Höhenflug der Treibstoffpreise hat weltweit für einen Boom bei Biodiesel gesorgt. Um das sprunghaft gestiegene Interesse an dem alternativen Treibstoff auf Dauer decken zu können, suchen Forscher weltweit nach Alternativen zum Rapsöl, die ebenfalls zur Spritproduktion angezapft werden können. Grazer Wissenschaftler haben jetzt eine neue Rohstoffquelle entdeckt: Tierfett und Tiermehl.
Kuh als Rohstoffquelle für Biodiesel?

Kuh als Rohstoffquelle für Biodiesel?

Professor Martin Mittelbach vom Institut für Chemie der Universität Graz soll im Rahmen einer neuen Studie im Auftrag der EU-Kommission zum einen herausfinden, welche anderen pflanzlichen und tierischen Öle und Fette - außer Rapsöl - gewinnbringend für die Treibstoffproduktion verwendet werden können. Zum anderen gilt es, eventuelle technische Barrieren aufzuzeigen, die bei der Verwendung von Ethanol zur Herstellung von Biodiesel auftreten können.

"Derzeit besteht der ökologische Treibstoff zu zehn Prozent aus Methanol, das aus Erdgas gewonnen wird", erklärt Mittelbach. "Ethanol wäre ein sinnvoller, nachwachsender Ersatz für diesen Alkohol, ist derzeit allerdings noch zu teuer und nicht in ausreichenden Mengen vorhanden." Ethanol kann etwa aus Zuckerrüben, Mais, Hirse oder auch Holz hergestellt werden. Letzterer Rohstoff wäre ein günstiger, allerdings ist derzeit eine billige Verarbeitung technisch nicht möglich, so der Experte.

Tierfett und Tiermehl als Alternative?


Eine alternative Rohstoffquelle für Biodiesel haben die Wissenschafter der Uni Graz bereits erschlossen: Tierfett und Tiermehl eignen sich einwandfrei zur Produktion des Treibstoffs. Der äußerst positive Nebeneffekt dabei: Statt der teueren Entsorgung können Schlachtabfälle so wiederverwertet werden. Mögliche BSE-Erreger werden im Zuge der Diesel-Herstellung zerstört.


Das internationale Interesse an Mittelbachs Forschungen ist folglich sehr groß. "Im Jahr 2004 sind allein in den 15 ,alten' EU-Ländern fast 650.000 Tonnen derartiges Fett angefallen - das entspricht etwa einem Drittel der weltweiten Biodiesel-Produktion", rechnet der Grazer Chemiker mit einer raschen Anwendung seiner wissenschaftlichen Ergebnisse.

Für das Projekt "Biodiesel aus tierischen Fetten" wurde Mittelbachs Team bereits mit dem Energy Globe Styria Award 2005 in der Kategorie "Innovative Energie-Forschung" ausgezeichnet.
(idw - Universität Graz, 16.02.2006 - DLO)