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Donnerstag, 19.10.2017
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Vogelgrippe-Alarm in Deutschland

Erste Verdachtsfälle für Tierseuche auf Rügen

Der auch für den Menschen gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 breitet sich in Europa immer weiter aus. Nach Österreich, Italien, Griechenland, Bulgarien, Kroatien und Slowenien hat die Tierseuche nun höchst wahrscheinlich auch Deutschland erreicht. Nahe der Wittower Fähre im Norden der Insel Rügen haben Spaziergänger bereits vor einigen Tagen vier verendete Schwäne gefunden. Bei zwei von ihnen ergab ein Schnelltest einen positiven Befund für den aggressiven Virus.
Zugvögel

Zugvögel

Mit endgültigen Ergebnissen aus Untersuchungen in einem EU-Speziallabor in Großbritannien rechnet Bundesverbraucherschutzminister Horst Seehofer am Donnerstag. Die vom Bundesministerium unverzüglich unterrichtete Landesregierung in Schwerin kündigte an, umgehend eine drei Kilometer Schutz- und zehn Kilometer Überwachungszone - wie von der EU in einem solchen Fall vorgesehen - einzurichten.

Aufgrund der neuen Situation beginnt zudem die Stallpflicht für Geflügel bundesweit bereits ab dem 17. Februar 2006. Auch Geflügelveranstaltungen und –märkte sind bis auf wenige Ausnahmen verboten.

Angesichts der drohenden horrenden Schäden müssten alle angemessenen Maßnahmen genutzt werden, so der Minister. Seehofer appellierte deshalb an alle Tierhalter, die Bestimmungen zu beachten. Dies gelte auch für die Hobbyhalterinnen und -halter. Er rief die Bevölkerung zudem zu erhöhter Aufmerksamkeit auf. Das Auffinden verendeter Tiere soll umgehend den zuständigen Behörden vor Ort gemeldet werden.


Für Mittwoch hat Seehofer den nationalen Tierseuchen-Krisenstab einberufen, um die Situation mit den für die Tierseuchenbekämpfung zuständigen Landesministern zu erörtern.

Einschleppungsrisiko für Vogelgrippe durch Wildvögel erhöht


Mit dem Vorziehen der Stallpflicht folgte der Minister einer Empfehlung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems. Schon vor Bekanntwerden der Verdachtsfälle auf Rügen hatten die obersten Tierseuchenwächter die aktuelle Gefahr für die Einschleppung der Vogelgrippe nach Deutschland von „gering“ auf „mäßig“ hochgestuft.

Das FLI reagierte damit auf den Nachweis des hoch pathogenem H5N1 Geflügelpestvirus in Nigeria und Italien. Es besteht die Gefahr, dass auch Zugvögel von der Südwest- und der Zentralroute des Vogelzuges den Virus einschleppen. „Damit erhöht sich die Einschleppungsgefahr auf diesem Wege auch für die Geflügelbestände in Deutschland“, erläuterte der Präsident des FLI, Professor Thomas Mettenleiter. Bisher ging die Bedrohung für das heimische Geflügel vor allem von Zugvögeln aus, die auf der Ost-Route über den Nahen Osten und die Türkei fliegen.

Vor allem Höckerschwäne als Opfer


Weiterhin unklar bleibe die Situation in Italien und Slowenien mit bestätigten Funden von hoch pathogenem H5N1 Virus und Verdachtsfällen. Eine Einschleppung des Virus durch Wildvögel über kürzere Entfernung könne demnach aber ebenfalls nicht mehr ausgeschlossen werden.

Betroffen von der Ansteckung mit dem H5N1-Virus sind wie die Fälle auf Rügen, aber auch in anderen europäischen Ländern zeigen, vor allem Höckerschwäne. „Offenbar scheinen Schwäne aber besonders empfindlich für das Virus zu sein und können als Indikatortiere angesehen werden“, so Mettenleiter. Höckerschwäne sollten daher während des Wildvogel-Monitorings im Frühjahr verstärkt beobachtet und vor allem kranke oder tot aufgefundene Tiere in jedem Fall auf Infektionen mit Influenzaviren untersucht werden.
(Bundesregierung Online, FLI, Verbraucherschutzministerium, 15.02.2006 - DLO)
 
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