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Mittwoch, 13.12.2017
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Satelliten-Überwachung soll Delfine retten

Dramatische Aktion zum Erhalt zweier seltener Meeressäugerarten

Mit drastischen Mitteln wollen die Umweltbehörden in Neuseeland zwei vom Aussterben bedrohte Delfinarten schützen: Satellitenmarkierungen sollen den Meeressäugern Schutz geben. Umweltorganisationen laufen Protest, berichtet BBC-Online.
Delfin

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Das Schutzsystem wird derzeit vom neuseeländischen Department of Conservation (DOC) an drei Hector-Delfinen ausprobiert. Diese Delfin-Spezies ist mit rund 7.000 Tieren massiv vom Aussterben bedroht. Noch schlimmer sieht es nach Angaben der Umweltschützer mit den Maui-Delfinen aus. Deren Bestand wird auf nur noch knapp 150 Tiere geschätzt. "Unser Wille etwas gegen das Aussterben der beiden Delfinarten zu unternehmen, wird dadurch gebremst, dass wir über die Lebensgewohnheiten der beiden Arten fast nichts wissen", erklärt Rob McCallum vom DOC. Lokale Umweltaktivisten laufen gegen die Idee, Delfine mit den elektronischen Etiketten zu versehen, jedenfalls Sturm.

Erste Erfolge hat der Versuch, Netzfischerei in der Zone zwischen Ufer bis vier Kilometer vor der Nordküste Neuseelands zu verbieten, gebracht. Denn seither sind keine toten Delfine mehr angeschwemmt worden. Umgekehrt hatte das DOC berichtet, Delfine auch außerhalb der Schutzzone, im Süden der Nordinsel, gesichtet zu haben. Genau aus diesen Gründen will das DOC die Delfine mit Satelliten beobachten, um festzustellen wie und vor allem wo die Tiere die meiste Zeit verbringen.

Das Gerät, das den Delfinen auf der Rückenflosse angebracht wird, entspricht etwa der Größe von zwei Streichholzschachteln und wiegt 50 Gramm. Der Sender kann nur dann Daten senden, wenn sich die Tiere an der Wasseroberfläche befinden. Da die kleinen Delfine nicht besonders lang und tief tauchen, können nach Angaben der Forscher dennoch genügend Daten gesammelt werden. Ann Ruply, Sales-Manager von Wildlife-Computers, dem Hersteller der Sender, findet, dass Delfine für dieses Equipment ideal geeignet sind. Die Delfin-Expertin Liz Slooten, Zoologin an der Otago Universität, widerspricht Ruply. "Andere Datenerhebungen, die weniger traumatisierend für die sensiblen Tiere sind, eignen sich mindestens ebenso gut", meint Slooten. Akustische Signale oder Beobachtungen aus der Luft stören das Leben der Delfine weniger, findet die Meeresbiologin.
(Pressetext Europe, 03.03.2004 - NPO)
 
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