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Mittwoch, 26.07.2017
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Erstmals 3D-Live-Kartographie im Hörsaal

Echtzeit Übertragung dreidimensionaler Daten

Nachdem in den vergangenen Jahren die 3D-Technik die Kartographie revolutioniert hat, präsentieren Wissenschaftler der TU Dresden nun eine weitere Premiere: Sie übertrugen erstmals digitale und interaktiv bewegte, dreidimensionale Daten in Echtzeit von einem Ort zum anderen. Diese neue Technik eröffnet vor allem der Forschung und Lehre neue Perspektiven.
3D-Kartographie im Hörsaal

3D-Kartographie im Hörsaal

Groß ragt die Eiger Nordwand über den Köpfen der Studenten auf und förmlich zum Anfassen breitet sich die Gebirgswelt vor ihnen aus – doch die angehenden Wissenschaftler befinden sich keineswegs in den Alpen, sondern in den Hörsälen der TU Dresden und der Universität Trier. Echt-3D-Polarisations- Visualisierungstechnik nennt sich die neue Technik, mit deren Hilfe die Studenten die Landschaft in echt-dreidimensionaler Darstellung förmlich erleben können.

3D dank Spezialbrillen


Im Rahmen einer Video-Konferenz-Vorlesung hatten die Wissenschaftler 3D-Daten der Eiger Nordwand und anderer Landschaften mittels spezieller Technik in einen Dresdner Hörsaal projiziert und zugleich live nach Trier übertragen. Die Studenten in Dresden und in Trier konnten mittels Polarisationsbrillen gleichzeitig dieselben Daten stereoskopisch, also dreidimensional, betrachten und diskutieren. „Nach meinen Recherchen wurde so etwas weltweit zumindest noch nie in der Lehre eingesetzt“, erklärt Professor Manfred Buchroithner, Direktor des Instituts für Kartographie der TU Dresden, die Bedeutung des Testlaufs.

Trierer Konstantin Basilika

Trierer Konstantin Basilika

Die Inhalte der jetzigen Pilot-Lehrveranstaltung ergänzen sich gegenseitig: Die Technische Universität Dresden ist eher mathematisch orientiert, die Universität Trier empirisch- sozial. So können hier Synergieeffekte genutzt und an beiden Standorten gleichzeitig in der Lehre eingesetzt werden. Während in Trier die Geovisualisierungen fremdenverkehrsorientiert regionale Landschaften und Stadtlandschaften einbeziehen, befasst sich die TU Dresden mit dem Hochgebirge wie der Eiger Nordwand.


Technik bald schon Standard


Die Kartographie beschreitet mit diesem Projekt neue Wege. Buchroithner, der als internationaler Experte in der Entwicklung kartographischer 3D-Visualisierungstechniken gilt, betont, wie wichtig es ihm ist, „die Studierenden mit der heute revolutionär anmutenden Technik vertraut zu machen, die in fünf bis zehn Jahren weltweit Standard sein könnte.“ Neben Buchroithner sind vor allem Professor Dr. Jürgen Bollmann und Dr. Andreas Müller von der Abteilung Kartographie an der Universität Trier an der Entwicklung der entsprechenden Landschaftsmodelle beteiligt. Nach Meinung der Wissenschaftler eröffnen die raumplastischen, stereoskopischen Präsentationen oder das virtuelle Agieren in den Landschaften völlig neue Kommunikationsmöglichkeiten für die Wissenschaft und für die praktische Anwendung.
(TU Dresden; Universität Trier, 07.02.2006 - AHE)
 
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