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Samstag, 27.05.2017
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Wattenmeer: Unnötiger Kabelsalat für Offshore-Windparks?

Stromtrassen außerhalb der Nationalparke möglich

Die Wattenmeer-Nationalparke werden durch die Anbindung von Windanlagen vor der deutschen Küste an das nationale Stromnetz unnötig gefährdet. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue WWF-Studie. Die Untersuchung zeigt Alternativrouten für die Stromtrassen außerhalb der Nationalparke auf und fordert eine stärkere und effektivere Bündelung der geplanten Leitungen, um das Wattenmeer möglichst wenig zu belasten.
Wattboden

Wattboden

Drei der vier vorgesehenen Leitungskorridore verstoßen nach Ansicht der Umweltschutzorganisation mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen nationales und europäisches Naturschutzrecht. Daher sei es zweifelhaft, ob eine Genehmigung für die bisherigen Trassenführungen einer juristischen Prüfung standhalten würde.

Der WWF kritisiert, dass Planungen für die Netzanbindung bislang unzureichend koordiniert worden seien und fordert ein gemeinsames Konzept der Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg unter weitest möglicher Umgehung der Nationalparke und der Natura-2000-Gebiete. „Es ist unsinnig, dass jeder Windparkbetreiber seine eigenen Hochspannungskabel planen muss“, betont WWF-Expertin Beatrice Claus.

Bislang wurden zehn Windparks mit jeweils bis zu 400 Megawatt Leistung in der deutschen Nordsee genehmigt. Der Bau könnte in den nächsten Jahren beginnen. Weitere zehn Offshore-Windparks befinden sich in der Vorbereitung. Um die Anlagen an das Stromnetz anzuschließen, sind lange Seekabel notwendig.


Nach bisheriger Planung sollen fast alle vorgesehenen Kabeltrassen die Wattenmeer-Nationalparke queren. Vorgesehen ist, die Leitungen bis 2010 auf mehr als 80 Kilometern Länge und bis zu 500 Meter Breite durch Schutzgebiete zwischen Norderney und Sylt zu verlegen. „Wir müssen alles tun, um die Kabel aus den Nationalparken herauszuhalten“, so Beatrice Claus. Der WWF unterstützt grundsätzlich die Ausbaupläne der Bundesregierung für die Offshore-Windkraft. Jedoch müssen die Netzanbindungen umweltverträglicher gestaltet werden.

Vorbelastete Flussmündungen nutzen


Die WWF-Studie zeigt auf, dass außerhalb der Nationalparke eine Anbindung entlang schon vorbelasteter Strukturen durch die Flussmündungen von Elbe, Ems, Jade und Weser in Frage käme. Mögliche Konflikte mit dem Schiffsverkehr seien lösbar. Die Zahl der Kabel könnte durch die Übertragung als Gleichstrom- statt als Wechselstrom und eine bessere Koordination der Netzanbindung erheblich reduziert werden.

Durch eine engere Zusammenarbeit der zuständigen Stellen, so der WWF, ließe sich auch die Dauer der Bautätigkeit verringern. Ein Beispiel sei die über die Insel Norderney geplante Anbindung von bis zu acht Windparks mit 14 Kabelsystemen durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Wenn mehrere Windparks ein gemeinsames Übertragungssystem nutzen würden, sei es technisch möglich, die Zahl auf drei zu reduzieren und so die Belastung des Schutzgebietes zu minimieren.
(WWF, 06.02.2006 - DLO)
 
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