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Mittwoch, 13.12.2017
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Tunfisch: „Ferrari der Meere“ bedroht

WWF kritisiert EU-Fischereipolitik

Weil er mit Spitzengeschwindigkeiten von 70 km/h einer der schnellsten Fische ist und Prachtexemplare in Japan schon für 180.000 Euro versteigert wurden, gilt der Blauflossentun als der Ferrari unter den Fischen. Doch der bis zu 700 Kilogramm schwere Meeresbewohner droht der Fisch-Industrie zum Opfer zu fallen.
Im Mittelmeer werden die stark bedrohten Tunfische in große Unterwasserkäfige eingepfercht und dort gemästet. Später landen sie dann als Sushi auf dem Teller vor allem japanischer Verbraucher. Die Umweltstifung WWF hat nun die Europäische Union kritisiert, weil sie die Ausbeutung mit der Förderung neuer Tunfisch-Farmen und Netze subventioniere.

Kommerzieller Tunfischfang

Kommerzieller Tunfischfang

Nach Angaben des WWF wurden allein 2003 21.000 Tonnen des als Delikatesse geltendenden Blauflossentuns verarbeitet – eine Steigerung von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Die Tunfisch-Farmen im Mittelmeer sind völlig außer Kontrolle geraten. Die Bestände sind längst überfischt“, erklärt Dirk Riebensahm, Fischereiexperte des WWF Deutschland. Spanien, Italien, die Türkei, Malta, Zypern, Kroatien, Tunesien und Lybien unterhalten Tunfischfarmen. Andere Länder, wie Frankreich, beteiligen sich am Fang.

Die EU fördert die kommerzielle Fischzucht, die sogenannte Aquakultur. Doch bei den Tunfisch-Farmen handele es sich nach Ansicht des WWF nicht um Aquakultur, weil hier nicht gezüchtet, sondern Wildfisch aus dem Meer gefangen werde. „Wir fordern die EU auf, diese Gesetzeslücke zu schließen. Außerdem muss Brüssel Fangquoten für die Tunfisch-Farmen festlegen“, sagt der WWF-Referent. „Wenn die EU nicht umgehend handelt, wird der Blauflossentun aus dem Mittelmeer verschwinden.“ Der Fang müsse etwa auf ein Drittel des heutigen Niveaus gesenkt werden, um sein Überleben zu sichern.


Der WWF hat als Konsequenz seine Mitarbeit in der Arbeitsgruppe für nachhaltige Tunfisch-Farmen aufgekündigt. Das Gremium wird von den beiden wichtigsten Komissionen zur Regulierung der Fischerei im Mittelmeer koordiniert, der „General Fisheries Commission for the Mediterranean“ (GFCM) und der „International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas“ (ICCAT). „In der Arbeitsgruppe dominieren die kurzfristigen Profitinteressen der Industrie auf Kosten einer nachhaltigen Fischereiwirtschaft. Unsere Forderungen finden kein Gehör“, zeigt sich Riebensahm enttäuscht.
(WWF Deutschland, 02.03.2004 - NPO)
 
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