• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Sonntag, 28.05.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Wie „ungesehene“ Bilder Furcht auslösen…

Auch nicht bewusst vom Gehirn registrierte Bilder erzeugen Emotionen

Können Gefühle auch durch Bilder ausgelöst werden, die unser Gehirn gar nicht bewusst registriert? Die Antwort auf diese Frage kann jetzt mit „Ja“ beantwortet werden: Denn auch bei Menschen mit geschädigter Sehrinde im Gehirn lösen angsteinflößende Bilder körperliche Reaktionen und negative Gefühle aus.
Forschungslandschaft Gehirn

Forschungslandschaft Gehirn

Um den neuronalen Grundlagen von Emotionen auf die Spur zu kommen, untersuchte die Neurowissenschaftlerin Silke Anders gemeinsam mit Kollegen vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität Tübingen sowie Wissenschaftlern der Tübinger Universitäts-Augenklinik und der Radiologischen Universitätsklinik, ob Gefühle auch durch Bilder ausgelöst werden können, die das Großhirn gar nicht sehen kann.

Ihre Untersuchungen nahm sie an Patienten vor, deren Sehrinde im Großhirn - dem Sitz des bewußten Sehens - durch einen Schlaganfall oder eine Schädel-Hirn- Verletzung geschädigt war. Auge und Sehnerv waren jedoch intakt und konnten die Bilder der Außenwelt durchaus aufnehmen. Nur die bewusste Verarbeitung des Gesehenen war gestört.

Sie präsentierte den Versuchspersonen das Bild eines Mannes, das zunächst als emotional neutral wahrgenommen wurde. Im Laufe der Untersuchung wurde dieses Bild zusammen mit einem unangenehmen Reiz dargeboten, so daß es schließlich eine negative Bedeutung erhielt. Wurde dieses Bild den Probanden daraufhin in dem Bereich ihres Gesichtsfeldes gezeigt, in dem sie es nicht bewußt sehen konnten, so zeigten sie dennoch körperliche Reaktionen und berichteten negative Gefühle.


"Die für diese Gefühle möglicherweise verantwortliche Gehirnregion konnten wir mit Hilfe von Magnetresonanztomografie identifizieren. Sie liegt in der Nähe des Teils des Gehirns, in dem Reize aus der Körperperipherie verarbeitet werden", so Anders. In ihr, so vermuten die Forscher, könnte die Schnittstelle zwischen körperlichen emotionalen Reaktionen und bewußt wahrgenommenen Gefühlen liegen.

Am 31. Januar wird die Forscherin mit dem Förderpreis 2005 der Ingrid zu Solms-Stiftung ausgezeichnet. Sie erhält den Preis für ihre Forschungen über die neuronalen Grundlagen von Furcht. Dotiert ist der Förderpreis mit 1.000 Euro, überreicht wird er um 17 Uhr im Spiegelsaal des Hessischen Landtags.
(Heidelberger Akademie der Wissenschaften, 27.01.2006 - NPO)
 
Printer IconShare Icon