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Montag, 29.05.2017
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Berggletscher schmelzen schneller

Schon bald katastrophale Überschwemmungen durch Gletscherseen?

Bis zum Jahr 2100 wird der Meeresspiegel aufgrund abschmelzender Eiskappen nicht so schnell ansteigen wie befürchtet. Dafür schrumpfen die Hochgebirgsgletscher im selben Zeitraum deutlich stärker als bisher angenommen. Dies hat eine in Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven durchgeführte Studie ergeben. Die Forscher berichten über ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazin Nature.
Antarktische Eisformation

Antarktische Eisformation

Bisher gingen Wissenschaftler von einem Anstieg der Meeresspiegel aufgrund der Klimaerwärmung von rund 40 Zentimeter bis zum Jahr 2100 aus. Schmelzwasser von den Eiskappen der Pole und den Gletschern der Hochgebirge trägt zu rund einem Viertel dazu bei. Der Rest ist auf die Folge erhöhter Wassertemperaturen und der damit verbundenen Ausdehnung der Wassermassen in den Weltmeeren zurückzuführen.

Polare Eisschilde und Gebirgsgletscher getrennt betrachtet


Elefantenfussgletscher in der Arktis

Elefantenfussgletscher in der Arktis

Die aktuelle Studie kombiniert Prognosen aus globalen Klimamodellen mit Vorhersagen zur Veränderung der Eismassen. Zum ersten Mal haben die Wissenschaftler dabei die polaren Eisschilde und die Gebirgsgletscher getrennt betrachtet. "In unserer Veröffentlichung beschreiben wir einen geringeren Anstieg des Meeresspiegels bis 2100 als bisher angenommen, der Beitrag des Schmelzwassers ist nur etwa halb so hoch wie bisher vermutet", sagt Sarah Raper vom Alfred-Wegener-Institut.

"Das beschleunigte Abschmelzen der Berggletscher ist dagegen ein bedeutend höheres Risiko als bisher angenommen. Schon bald kann das zu katastrophalen Überschwemmungen durch Gletscherseen führen, vor allem in Hochgebirgsregionen wie Nepal." Für präzisere Voraussagen werden allerdings mehr Daten von den Gletschern benötigt. "Weder die USA noch Kanada haben komplette Daten über ihre Gletscher", erklärt Roger Braithwaite von der Universität in Manchester.
(idw - Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, 20.01.2006 - DLO)
 
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