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Freitag, 26.05.2017
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1,9 Milliarden Dollar gegen Vogelgrippe

Bisherige Impfstoffe nicht wirksam genug?

Großer Erfolg im Kampf gegen die Vogelgrippe: Auf der internationalen Geberkonferenz in Peking sind von den knapp 120 teilnehmenden Staaten und Organisationen rund 1,9 Milliarden US-Dollar zur Verfügung gestellt worden. Sie sollen sowohl für Forschungsprojekte wie die Impfstoffentwicklung als auch für finanzielle Hilfen an betroffene Staaten verwendet werden.
Vogelgrippeviren H5N1 (gelb)

Vogelgrippeviren H5N1 (gelb)

Unterdessen scheint sich immer mehr Menschen mit H5N1 zu infizieren. So ist mittlerweile auch aus dem Irak ein erster Verdachtsfall gemeldet worden. Und in der Türkei sind mittlerweile 21 Menschen an dem H5N1-Virus erkrankt, vier davon sind der Infektion gestorben.

Fehlt bisherigen Impfstoffen gegen Vogelgrippe „die Kraft“?


Alle bisher erzeugten experimentellen Impfstoffe gegen den Vogelgrippe-Erreger H5N1 haben nach Angaben des Herstellers GlaxoSmithKline nur geringe Schutzwirkung für Menschen. "Statt der bei den normalen Grippeschutzimpfungen nötigen 15 Mikrogramm waren bei einer Studie mit einer H5N1-Vakzine zweimal 90 Mikrogramm Impfstoff erforderlich, um einen ausreichenden Schutz zu erzeugen", sagt der für die Influenza-Impfstoffherstellung verantwortliche Experte des Pharma-Unternehmens GlaxoSmithKline, Norbert Hehme, in der ZEIT. Die ohnehin bestehenden Lieferengpässe würden sich im Falle einer H5N1-Pandemie daher noch erheblich verschärfen.

Nach Angaben von Hehme ist den Forschern noch unklar, warum die H5N1-Impfstoffe nicht stark genug sind. Impfstoffhersteller und Labors der Weltgesundheitsbehörde würden dieser Frage zurzeit nachgehen.

Experten weltweit untersuchen mittlerweile die genetischen Veränderungen des Vogelgrippe-Erregers, um frühzeitig Anzeichen für eine befürchtete Anpassung des Virus an den Menschen zu erkennen. Tierversuche zeigen, dass H5N1 in den vergangenen Jahren seine Aggressivität gesteigert hat. Sobald das Virus lerne, sich auch in den menschlichen Atemwegen einzunisten, warnt der niederländische Influenza-Forscher Albert Osterhaus, "könnte es einfach durch Husten
den nächsten Menschen anstecken".


Zollgewerkschaft fordert einheitliche Zollkontrollen


Für EU-weit einheitliche Zollkontrollen im Kampf gegen die Vogelgrippe haben sich gestern der BDZ Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft und die Union des Finanzpersonals in Europa (UFE) ausgesprochen. Für beide Organisationen erklärte BDZ-Chef Klaus H. Leprich, es reiche nicht aus, dass Brüssel Einfuhrverbote verhänge, ohne dafür zu sorgen, dass an den EU-Außengrenzen einheitlich kontrolliert werde.

Die Verstärkung der Kontrollen durch den deutschen Zoll an den Häfen und Flughäfen sowie durch die Mobilen Kontrollgruppen bewertete Leprich positiv. Dieser Einsatz drohe aber wirkungslos zu bleiben, wenn es nicht gelinge, die Zollkontrollen EU-weit zu intensivieren und zu koordinieren, kritisierte Leprich. Anstatt gemeinsam gegen die Ausbreitung der Vogelgrippe vorzugehen, halte es die EU für ausreichend, dass alle EU-Mitgliedsstaaten ihre eigenen Aktionspläne entwickelten.

Zustimmend äußerte sich Leprich auch zu der von Bundesagrarminister Horst Seehofer erhobenen Forderung, innerhalb der EU zu einer Deklarationspflicht zu kommen. Nach Seehofers Vorschlag sollen Reisende gegenüber dem Zoll schriftlich erklären, dass sie kein verbotenes Geflügel oder keine Geflügelprodukte einführen.
(Zeit, BDZ, UFE, 19.01.2006 - DLO)
 
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