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Mittwoch, 18.10.2017
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Brot und Pizza gut, Salat und Fisch bedenklich

Bericht zur Lebensmittelbelastung mit gemischtem Ergebnis

Die meisten Grundnahrungsmittel in Deutschland sind nicht oder nur geringfügig mit Schwermetallen und Schadstoffen belastet. Das ist das Ergebnis des Berichts zum Lebensmittelmonitoring 2004, den das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gestern veröffentlicht hat. Für Salat, Gemüse und Meeresfrüchte allerdings sah die Bilanz deutlich schlechter aus.
Lebensmittel

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Im Rahmen des Lebensmittelmonitorings wird eine für jedes Untersuchungsjahr neu festgelegte Gruppe von Lebensmitteln von den Bundesländern untersucht. Treten neue Risiken für die Lebensmittelsicherheit, unerwünschte Stoffe oder Kontaminanten erstmals oder in erhöhtem Maße auf, so wird deren Vorkommen zusätzlich im Rahmen des so genannten Projekt-Monitorings untersucht. Im Jahr 2004 gehörten dazu unter anderem Pflanzenschutzmittel in Beerenobst und Gemüsepaprika, Quecksilber und polyzyklische aromatische Kohlenwaserstoffe in Fisch, Schimmelpilzrückstände in Getreideerzeugnissen und Acrylamide in Bakcwaren.

Entwarnung für Brot, Pizza, Müsli und Hering


Positiv schnitten in den Untersuchungen unter anderem das Grundnahrungsmittel Brot sowie die bei vielen Verbrauchern beliebte Pizza ab: In den meisten Fällen waren diese Lebensmittel nur gering mit 3-MCPD kontaminiert, ein im Tierversuch Krebs hervorrufender Stoff, der sich beim Backen oder Toasten salz- und fetthaltiger Lebensmittel bilden kann. Positiv wurden auch Müsli und andere Frühstücksflocken beurteilt, bei denen nur geringe Gehalte gesundheitsschädlicher Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen (Mykotoxine) gefunden wurden.

Ähnlich erfreulich stellte sich die Situation bei Brühwürsten und Hering im Hinblick auf allgemein in der Umwelt auftretende Organochlorverbindungen dar, sowie bei Hering hinsichtlich der geringen Gehalte an Dioxinen und polybromierten Diphenylethern. Die Blei- und Cadmiumbelastung von Erdnüssen, die Bleigehalte in Roggen sowie die Quecksilbergehalte in Hering verringerten sich im Vergleich zu Untersuchungen früherer Jahre.


Überschreitungen bei Gemüse, Salat und Fisch


In rund sechs Prozent der im Rahmen des Lebensmittelmonitorings 2004 untersuchten Produkte wurden dagegen die gesetzlich festgelegten Höchstgehalte für Pflanzenschutzmittelrückstände, Schwermetalle oder andere unerwünschte Stoffe überschritten. Auffällig hoch waren Pflanzenschutzmittelrückstände in Gemüsepaprika, Kopfsalat, Rucola, Äpfeln sowie in Strauchbeerenobst. Ebenfalls negativ fielen hohe Nitratgehalte in Kopfsalat und vor allem in Rucola auf.

Im Hinblick auf Schwermetallbelastungen berichtet das Lebensmittelmonitoring über erhöhte Kontaminationen bei barschartigen Fischen aus Südostasien mit Quecksilber. Abhängig von der Herkunft wurden bei Muscheln zum Teil erhebliche Kontaminationen mit Blei, Cadmium und Tributylzinn festgestellt. In Forellen aus Aquakulturen wurden polycyclische Moschusverbindungen nachgewiesen, in Öl von Fischkonserven wurden aromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX) ermittelt. In Gewürzen und Kakao wurden in einigen Proben relativ hohe Gehalte an Ochratoxin A festgestellt, ein Stoffwechselprodukt von Schimmelpilzen mit leber- und nierenschädigender Wirkung. Die Überschreitungen von Höchstgehalten werden von den Bundesländern verfolgt und gegebenenfalls geahndet.

Im Rahmen des von Bund und Ländern gemeinsam getragenen Lebensmittelmonitorings wurden im Jahr 2004 annähernd 5.000 Proben auf unerwünschte Stoffe wie Pflanzenschutzmittelrückstände sowie organische und anorganische Kontaminanten in und auf 50 Lebensmitteln bzw. -gruppen untersucht. Die Ergebnisse des Lebensmittelmonitorings fließen kontinuierlich in die gesundheitliche Risikobewertung ein und werden genutzt, um die Höchstgehalte für unerwünschte Stoffe zu überprüfen und im Bedarfsfall anzupassen. Auffällige Befunde können weitere Untersuchungen der Ursachen in künftigen Überwachungsprogrammen der amtlichen Lebensmittelüberwachung nach sich ziehen.
(Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), 12.01.2006 - NPO)
 
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