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Mittwoch, 29.03.2017
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Fahren mit Maisstroh

Autohersteller und Ölkonzern testen neuen Biokraftstoff

Angesichts steigender Öl- und Gaspreise investieren auch Autohersteller und Ölkonzerne immer häufiger in die Erforschung alternativer Antriebstechnologien. Volkswagen, Shell und die Iogen Corporation haben jetzt angekündigt, gemeinsam die wirtschaftliche Machbarkeit der Produktion von Zellulose-Ethanol in Deutschland prüfen zu wollen. Der Biokraftstoff kann bereits in den heutigen Automobilen eingesetzt werden und könnte die CO2-Emissionen um 90 Prozent gegenüber herkömmlichen Kraftstoffen reduzieren.

Treibstoff aus Getreide- und Maisstroh


Das ZelluIose-Ethanol von Iogen ist ein erneuerbarer Biokraftstoff, der aus nicht für die Lebensmittelproduktion verwendbaren landwirtschaftlichen Abfallprodukten wie Getreide- und Maisstroh hergestellt wird und so auf ausgesprochen kostengünstige Weise den Ausstoß von Treibhausgasen im Straßenverkehr reduziert. Das Herstellungsverfahren von Iogen für Zellulose-Ethanol ist das Ergebnis einer über 25-jährigen Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Das Unternehmen betreibt die weltweit einzige Demonstrationsanlage für die Herstellung von Zellulose-Ethanol und konnte diesen Kraftstoff erstmals im April 2004 kommerziell vertreiben.

Autoabgase

Autoabgase

"Wir verfolgen konsequent das Ziel, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und suchen nach den wirkungsvollsten Lösungen, um diese Brennstoffe durch innovative Biokraftstoffe zu ersetzen. Nur so können wir langfristig die individuellen Mobilitätsbedürfnisse der Menschen kostengünstig befriedigen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Dr. Bernd Pischetsrieder anlässlich der Unterzeichnung der Absichtserklärung auf der North American International Auto Show (NAIAS) 2006 in Detroit.

"Iogen hat bewiesen, dass saubere, erneuerbare Kraftstoffe im Straßenverkehr nicht mehr länger ein Traum sind, sondern bereits Wirklichkeit", erklärte Brian Foody, President von Iogen. "Die Ankündigung von heute ist ein erstes Signal für eine mögliche Veränderung auf dem europäischen Kraftstoffmarkt. Es wird sich zeigen, dass wir mit der Verbindung von Automobil- und Kraftstofftechnologien das ehrgeizige, aber absolut notwendige Ziel erreichen können, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern."


Integrierter Ansatz angestrebt


"Die Verfügbarkeit von synthetischen Biokraftstoffen hoher Qualität, die nach besonders strengen Spezifikationen hergestellt werden, ist die Voraussetzung für den Einsatz von fortschrittlichen Motorengenerationen. Die Kombination von Biokraftstoffen der zweiten Generation fortschrittlichen Kraftstoff- und Antriebstechnologien stellt einen Quantensprung in Sachen Umweltverträglichkeit dar. Nur mit einem integrierten Ansatz, der Motorentechnologie, Kraftstoffeigenschaften aber auch Verbraucherverhalten einschließt, werden wir die künftigen, noch strengeren Anforderungen unter anderem der Europäischen Union erfüllen können", erläuterte Pischetsrieder.

Alle Automobilhersteller garantieren inzwischen die Möglichkeit, Zellulose-Ethanol-Gemische einzusetzen. Im Jahr 2003 gab die Europäische Union eine Biokraftstoffrichtlinie heraus und reagierte damit auf die absehbare Verknappung und die weiter steigenden Preise für fossile Brennstoffe. Laut dieser Richtlinie soll der Anteil der Biokraftstoffe bis 2010 bei 5,75 Prozent liegen. Im Rahmen des US Energy Policy Act von 2005 wurde ein landesweiter Standard für erneuerbare Energien (RFS) eingeführt, durch den der Einsatz von Ethanol und Biodiesel bis zum Jahr 2012 verdoppelt werden soll.
(VW Volkswagen, 11.01.2006 - NPO)
 
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