• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Montag, 23.10.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Schützende Hülle für Probiotika

Wissenschaftler schicken probiotische Bakterien mikroverkapselt auf die Reise durch den Körper

Probiotika sind im Trend: Die hilfreichen Bakterien sollen unsere Abwehrkräftte stärken, gegen Darmkrebs helfen und die Verdauung auf Trab bringen. Doch meist überleben die Mikroben nicht einmal den Weg durch den Verdauungstrakt. Jetzt soll ihnen eine Schutzhülle dabei helfen.
Erste verkapselte Mikroorganismen

Erste verkapselte Mikroorganismen

Abgefüllt in kleinen Fläschchen oder gut verpackt in zahlreichen Joghurtbechern warten sie im Kühlregal auf ihre Verbraucher. Die Rede ist von probiotischen Bakterien. Im optimalen Fall werden diese lebenden Mikroorganismen in Form von Joghurt oder anderen Milcherzeugnissen konsumiert. Überstehen sie dann die Reise durch Magen- und Dünndarmtrakt, können sie im Dickdarm Gesundheit und Wohlbefinden des Konsumenten positiv beeinflussen. Problematisch ist, dass viele Probiotika den Darm nicht lebend erreichen und so ihre Wirkung verfehlen. In dem EU-Forschungsprojekt FLOCAP arbeiten daher Forscher des Technologie-Transfer-Zentrums Bremerhaven (ttz) zusammen mit neun weiteren Projektpartnern an der Mikroverkapselung von probiotischen Bakterien.

Das Zweijahresprojekt hat zum Ziel, die Wirkung probiotischer Lebensmittel zu verbessern. Der Weg, um die lebenden Kulturen zu stabilisieren, geht im Forschungsprojekt über einen besonderen Schutzmechanismus. Dieser soll gewährleisten, dass die probiotischen Bakterien sicher zu ihrem Wirkungsort gelangen. Ein sanftes Verfahren der Mikroverkapselung soll im Projekt FLOCAP bis zur Anwendungsreife für die Lebensmittelindustrie entwickelt werden. "Bei der Mikroverkapselung erhalten die lebenden Organismen eine schützende Hülle aus Polymeren. In diesem Schutzmantel überleben die Probiotika im optimalen Fall verschiedenste Belastungen, die bei der Produktion und auf dem Weg durch den Magen-Darm-Trakt entstehen," erklärt ttz- Projektleiterin Marta Macias, die die Gesamtkoordination des Projektes verantwortet.

Die entsprechende, bereits patentierte Technologie (Flow Focusing
Technologie) entwickelte das spanische Forschungsunternehmen Ingeniatrics Tecnologías S.L. in Zusammenarbeit mit der spanischen Universität von Sevilla. Beim Projekttreffen Ende des Jahres 2005 am ttz konnte der Forschungspartner MICAP GmbH aus Bremerhaven bereits erste verkapselte Probiotika präsentieren, die die Bremerhavener Firma mit dem spanischen Prototyp erzeugt hatte. "Unter dem Mikroskop sehen die angefärbten Mikroorganismen wie kleine Kügelchen aus. Diese sind aber bei einer Größe von rund 30 Mikrometern so klein, das sie beim Konsum auf der Zunge nicht mehr wahrgenommen werden," beschreibt Macias die verkapselten Bakterien. Bis zum Projektende wollen die Partner das Verfahren für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie optimieren.


"Diese sanfte Verkapselung von probiotischen Mikroorganismen stellt ein zukunftsweisendes Verfahren für die Herstellung gesundheitsfördernder Lebensmittel dar. Wir sind mit FLOCAP auf dem Weg tatsächlich die Wirkung mit probiotischen Lebensmitteln zu erreichen, die in vielen Fällen von Werbung in der Vergangenheit zwar versprochen, aber nicht nachgewiesen werden konnte," kommentiert ttz- Geschäftsführer Werner Mlodzianowski das FLOCAP Projekt.
(Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven, 10.01.2006 - NPO)
 
Printer IconShare Icon