Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Donnerstag, 24.05.2012
Mülltrennung out?
Auch 2004 wieder weniger Altglas gesammelt
Nach aktuellen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes wurden 2004 in Deutschland 10,6 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle getrennt eingesammelt. Dies sind zwei Prozent weniger als im Jahr 2003. Vor allem bei Altglas war der Trend stark rückläufig.

Zivilisationsmüll
Zivilisationsmüll
© DOE
Mehr als die Hälfte der getrennt gesammelten Abfälle stammt nach Angaben der Statistik-Experten von privaten Endverbrauchern. Im Durchschnitt wurden laut dem Statistischen Bundesamt je Einwohner 72 Kilogramm Verpackungen vom übrigen Hausmüll getrennt und in der gelben Tonne, im Glas- oder Papiercontainer oder vergleichbaren Systemen eingesammelt. Die größten Einzelposten waren mit 2,2 Millionen Tonnen die Glasverpackungen, dicht gefolgt von Leichtverpackungen, einem Gemisch aus Kunststoffen, Leichtmetallen und Verbundmaterialien.

Wie das Statistische Bundesamt betonte, werden seit dem Jahr 2000 immer weniger Glasverpackungen wie Flaschen oder Gläser im Glascontainer entsorgt. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Altglasmenge 2004 nochmals um sieben Prozent zurück. Je Einwohner wurden 2004 deshalb im Schnitt nur noch 27 Kilogramm Glas eingesammelt. 2003 waren es noch zwei Kilogramm mehr. Der Anteil der Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton betrug etwa 1,5 Millionen Tonnen.

Geänderte Berechnungsgrundlage bei Papierverpackungen
Ursache für den Rückgang bei den getrennt eingesammelten Verpackungsabfällen ist nach Ansicht des Statistischen Bundesamts in erster Linie eine geänderte Berechnungsgrundlage des Anteils an Papierverpackungen an den Depotcontainern. In den Vorjahren wurden circa 25 Prozent der Altpapiergemische pauschal den Verkaufsverpackungen zugerechnet. Ab 2004 ergibt sich ein differenzierterer Berechnungsansatz mit Verpackungsanteilen von 14 Prozent bis 25 Prozent in den Altpapiergemischen.

Im gewerblichen Bereich wurden im Jahr 2004 nach Angaben der Experten 4,7 Millionen Tonnen Verpackungsmüll eingesammelt (Transport-, Um- und Verkaufsverpackungen), wobei der überwiegende Teil dieser Verpackungen (66 Prozent) aus Papier, Pappe und Karton bestand.

Rund Zweidrittel aller getrennt eingesammelten Verpackungen gingen zuerst an Sortieranlagen, um für eine weitere Verwertung aufbereitet zu werden. Der Rest konnte laut dem Statistischen Bundesamt direkt an den Altstoffhandel oder an Verwerterbetriebe, wie zum Beispiel Glas- oder Papierfabriken, weitergegeben werden.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Abfälle, Recycling, Altglas, Verpackungen, Papier
Weitere News zum Thema
2011: Weniger Treibhausgase trotz weniger Atomenergie (13.04.2012)
Treibhausgas-Emissionen sanken gegenüber 2010 um zwei Prozent
Lebensmittel: Jeder Deutsche wirft jährlich 81,6 Kilogramm weg (14.03.2012)
Studie ermittelt Ausmaß der Verschwendung
Pompeji: Grabstätten als Müllplätze (06.01.2012)
Ausgrabung wirft neues Licht auf Umgang der antiken Römer mit ihrem Müll
Atommüllfässer im Atlantik laufen aus (02.11.2011)
Report Mainz: Plutonium in Fischen aus der Umgebung nachgewiesen
Niedersachsens Untergrund als 3D-Modell (12.10.2011)
LBEG veröffentlicht dreidimensionalen Atlas
Suche
Erweiterte Suche
Special
Dossier: Mythos 2012 - Die Maya, der 21. Dezember und die Fakten
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Dossiers zum Thema
Naturschutz
Der Ast auf dem wir sitzen...
High-Noon im Himalaya
Umweltsünden auf dem Dach der Welt
News des Tages
Gehirn: „Polizei“ für Immunsystem entdeckt
Letzte Neandertaler lebten früher
Sensibleres „Ohr“ für Erdbeben-Horchposten
Auch Himmelsrichtungen kann man fühlen
Können Hunde Krebs riechen?
Wie schnell trinken Tomaten?
Mülltrennung out?
Bücher zum Thema
Fair Future
Ein Report des Wuppertal Instituts
Wodurch sind wir in die ökologische Bedrohung geraten?
von Jaspar von Oertzen und Franz Alt
Globale Umweltprobleme
Ursachen und Lösungsansätze von Eike Roth
Genius - Task Force Biologie
Strategiespiel zu umweltwelt- verträglichem Handeln
Top-Clicks der Woche
1. Risiko für nuklearen GAU größer als gedacht
2. Stress macht Männer sozialer
3. Feste Essenszeiten wirken Übergewicht und Diabetes entgegen
4. Gelähmte steuert Roboterarm mit ihren Gedanken
5. Ruß und Ozonsmog verstärken die Wanderung der Klimazonen