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Sonntag, 22.01.2017
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Megastädte: Fit für die Zukunft?

Urumqi in China könnte als Vorbild für eine nachhaltige Entwicklung dienen

Vier Millionen Einwohner – Tendenz stark steigend, dazu massive Trinkwasser- und Umweltprobleme: Die Großstadt Urumqi im Südosten Chinas entwickelt sich derzeit rasant zu einer Megastadt und steht daher als Modellregion im Mittelpunkt eines neuen internationalen Forschungsprojekts. Die beteiligten Wissenschaftler haben sich zum Ziel gesetzt, typische Verstädterungsprobleme wie Engpässe in der Energie- und Wasserversorgung oder einen Verkehrskollaps zu verhindern. Bei Erfolg könnte dieses Projekt als Vorbild für die Entwicklung von anderen Großstädten in Trockenregionen dienen.
Skyline einer asiatischen Großstadt

Skyline einer asiatischen Großstadt

Immer mehr Menschen auf der Welt leben in Großstädten. Waren im Jahre 1975 nur 38 Prozent der Menschen Stadtbewohner, so werden spätestens 2030 zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Die zunehmende Konzentration auf Megastädte mit mehr als fünf Millionen Einwohnern stellt vor allem die Entwicklungs- und Schwellenländer vor große Herausforderungen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat daher das Großprojekt „Forschung für die nachhaltige Entwicklung der Megastädte von morgen“ ins Leben gerufen, um den Problemen durch die Verstädterung und Ausbreitung der Megastädte entgegenzuwirken.

Großstadtregion Urumqi in China


Im Mittelpunkt des Teil-Vorhabens „Urumqi: Steuerung umweltsensitiver Stoffkreisläufe zur nachhaltigen Stadtentwicklung in einem Trockengebiet“ steht die Hauptstadt der autonomen Provinz Xinjiang im trockenen Nordwesten Chinas. Urumqi wächst in den kommenden Jahren mit den Nachbarstädten der umgebenden Region Changji zusammen. Bereits heute ist dadurch eine Agglomeration von circa vier Millionen Einwohnern entstanden. Bis ins Jahr 2020 rechnen die Experten allerdings mit einem Anstieg der Zahlen auf fünf bis acht Millionen Einwohner. Mit dem Wachstum der Agglomeration Urumqi sind Umweltprobleme verknüpft, die typisch für viele Städte in den trockenen Regionen der Erde sind.

Schlüsselkreisläufe Wasser, Abfall und Energie


Im Mittelpunkt der Überlegungen stehen daher die Schlüsselkreisläufe Wasser, Abfall und Energie und deren Wechselwirkungen mit dem Thema Gesundheit. Alle Bereiche sind eng und vielfältig miteinander verknüpft: So führt beispielsweise die wenig effiziente Nutzung der fossilen Energieträger Kohle und Öl zu einer gravierenden Luftverschmutzung und einer auffälligen Häufung von Atemwegserkrankungen in der Region. Des Weiteren ist die flächendeckende Versorgung mit sauberem Trinkwasser in ausreichender Menge eine entscheidende Voraussetzung für die Gesundheit der Bewohner Urumqis.


Windpark bei Urumqi

Windpark bei Urumqi

Unter der Federführung des Heidelberger Geographischen Instituts haben sich mehrere Institute der Universitäten Heidelberg und Tübingen, die Stadt Heidelberg und Firmen der Metropolregion Rhein-Neckar in einem vom BMBF unterstützen Projekt zusammengeschlossen. Mit ihrer Kooperation wollen die Beteiligten ihr Know-how für die Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung von Urumqi einsetzen. In Zusammenarbeit mit den chinesischen Partnern begleiten und steuern sie in den nächsten Jahren das Wachstum der Region, um es langfristig auf einem tragfähigen Fundament aufzubauen.
Viel versprechende Ansätze gibt es bereits im Energiesektor mit der Nutzung von Wind- und Sonnenenergie. Doch die Möglichkeiten sind nach Ansicht der Wissenschaftler längst nicht ausgeschöpft und bieten ein enormes Entwicklungspotenzial.

Vorbild für andere Regionen?


Urumqi ist keineswegs die einzige Millionenstadt mit solchen Problemen. Denn in vielen Trockengebieten der Erde entwickeln sich gegenwärtig Großstädte zu Megastädten und ihr Wachstum vollzieht sich unter vergleichbar schwierigen ökologischen Rahmenbedingungen. Sollten die im Projekt entwickelten Strategien und Instrumente übertragbar sein, kann Urumqi einen Vorbildcharakter annehmen und damit helfen, die Zukunftsfähigkeit von Trockengebietsmetropolen zu sichern.
(Universität Heidelberg, 03.01.2006 - AHE)
 
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