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Montag, 29.05.2017
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Computer sollen Gefühle erkennen

Neue Techniken informieren Rechner über Mimik und Atemfrequenz des Nutzers

Sehen und hören können viele Computer bereits. Verschlossen bleibt ihnen jedoch, ob sich ihr Benutzer freut oder ärgert. Fraunhofer-Forscher haben nun neue Techniken entwickelt, mit denen der „Rechenknecht“ vielleicht schon bald auf die Gefühlslage seines menschlichen Gegenübers reagieren könnte.
Gut gelaunter Computernutzer

Gut gelaunter Computernutzer

Etliche aktuelle Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Computer von vielen ihrer Nutzer liebkost aber auch maltraitiert werden. Aggressionen gegen den PC stufen Fachleute als ein reales Problem ein, das weitere Aufmerksamkeit im wissenschaftlichen Umfeld verdient. Schließlich verursachen Frustrationen und darauf folgende Handgreiflichkeiten oder Tritte Schäden, die auf persönlicher wie betriebs- und volkswirtschaftlicher Ebene als nicht unerheblich eingestuft werden.

Schon aus diesem Grund könnte man den Schluss ziehen, dass es für Computer günstig wäre, Emotionen ihrer Bediener richtig einzuschätzen und darauf rechtzeitig zu reagieren. Ernsthaft relevant wird dieses Forschungsgebiet der Mensch-Computer-Interaktion, wenn man an Entwickler von Soft- und Hardware denkt. Designer von Fahrzeugen wissen längst: Piloten und Autofahrer fühlen sich wohler und machen weniger Fehler, wenn sie bequem sitzen und wenn sie die Bedienelemente dort finden, wo sie sie erwarten. So erreichen sie ihr Ziel viel entspannter und freuen sich womöglich auf die nächste Fahrt. Warum sollte es mit positiv gestimmten Computernutzern anders sein?

Handschuh misst Atemfrequenz und Blutdruck


Die erste Frage, die sich auch Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Rostock stellten, lautet: Wie erfährt der Computer überhaupt etwas vom Gemütszustand seines menschlichen Gegenübers? Emotionen manifestieren sich in peripheren physiologischen Vorgängen. Einige wie Körperhaltung, nervöses Fingerspiel oder das Runzeln der Stirn sind offensichtlich und lassen sich per Kamera mit Bildauswertung beobachten und einordnen. Herz- und Atemfrequenz, Blutdruck, Hauttemperatur und -widerstand sind dagegen subtilere Faktoren.


"Wir haben einen Handschuh entwickelt, der solche Parameter mit geeigneten Sensoren misst", sagt Christian Peter von der Abteilung Human-Centered Interaction Technologies. "Ein zugehöriges Gerät wertet sie aus und speichert sie ab. Darüber hinaus arbeiten wir an Techniken, mit denen Mimik erkannt werden kann oder mit deren Hilfe wir emotionsbezogene Merkmale aus Sprachsignalen extrahieren."

Die Frage nach der Interpretation all dieser Daten ist schwierig, zumal Emotionen von Natur aus mehrdeutig, flüchtig und schwer zu beschreiben sind. Es funktioniert also nur, wenn der Nutzer den Computer vorab trainiert.
(idw - Fraunhofer-Gesellschaft, 26.12.2005 - DLO)
 
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