Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Samstag, 20.03.2010
Kochendes Wasser macht Kräutertees keimfrei
Heißwasserspender für die Zubereitung ungeeignet
Tee kochen ist eine Wissenschaft für sich. Um wertvolle Inhaltsstoffe und den Geschmack zu erhalten, müssen die verschiedenen Teesorten mit unterschiedlich heißem Wasser aufgegossen werden und unterschiedlich lange ziehen. Jetzt in der kalten Jahreszeit sind vor allem Tees mit Kräutern und Früchten sehr beliebt. Bei ihrer Zubereitung sind jedoch laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) einige Regeln zu beachten: So sollte für Kräutertees unbedingt sprudelnd kochendes Wasser verwendet werden und nach dem Aufgießen muss der Tee dann mindestens fünf Minuten ziehen.

Tee
Tee
© USDA
Der Grund: In manchen Fällen können sich Keime wie Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze in den pflanzlichen Produkten befinden. Vereinzelt sind darunter auch Krankheitserreger wie Salmonellen. Nur bei ausreichender Temperatur können jedoch solche Keime mit Sicherheit abgetötet werden. Verbraucher sollten Kräutertees deshalb auf keinen Fall nur mit warmem Wasser zubereiten. Entsprechende Empfehlungen vom Hersteller sind in der Regel auch auf den Verpackungen zu finden - diese sollten befolgt werden.

In besonders ungünstigen Fällen könnten, so die BfR-Wissenschaftler, keimbelastete Kräutertees bei falscher Zubereitung gerade für Säuglinge, kleine Kinder und Kranke zu einem großen Gesundheitsrisiko werden.

„Alter“ Tee lässt Sporen keimen
Aufgegossener Kräutertee sollte nach Angaben der BfR zudem nicht über mehrere Stunden stehen bleiben. Denn mit dem kochenden Wasser werden zwar Keime wirksam abgetötet, möglicherweise ebenfalls enthaltene Sporen können diese Prozedur hingegen überstehen. Diese widerstandsfähigeren Formen der Keime keimen dann im warmen Wasser aus.

Das Wasser aus Heißwasserspendern ist nach Ansicht des BfR nicht für die Zubereitung von Kräuter- oder Früchtetees geeignet. Dieses Wasser hat in der Regel nur eine Temperatur zwischen 80° und 85°C. Damit können potenziell enthaltene Keime nicht mit Sicherheit abgetötet werden.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Früchte, Wasser, Keime, Erreger, Salmonellen, Krankheiten, Hefen, Schimmelpilze
Weitere News zum Thema
Teamwork lässt Pflanzenwurzeln spießen (28.01.2010)
Hormon Auxin und erhöhte Zellzyklusaktivität bewirken verstärktes Wurzelwachstum
"Künstliche Zunge" enträtselt Bittergeschmack (06.01.2010)
Molekulare Grundlagen der Bittergeschmackswahrnehmung aufgeklärt
Licht hilft gegen Schimmelpilze (22.12.2009)
Beleuchtung mit passenden Wellenlängen ermöglicht Bekämpfung von Penicillium & Co
Urpferdchen fraßen gerne Früchte (15.12.2009)
Braunkohlestück gibt Speiseplan des längst ausgestorbenen Tieres preis
Feueralgen mit integriertem Blitzableiter (25.11.2009)
Besonderes Farbstoffmolekül im Lichtsammelkomplex leitet überschüssige Energie ab
Suche
Erweiterte Suche
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Dossiers zum Thema
Extremophile
Grenzgänger im Reich der Kleinsten
Rückkehr der Seuchen
Der Krieg gegen die Mikroben geht weiter
Functional Food
Fitmacher oder Mogelpackung?
Rätsel Wasser
Ein Lösungsmittel mit Geheimnissen
News des Tages
Silvesternacht dauert eine Sekunde länger
Wanderameisen fressen Wirbeltiere
„Geschätzte“ Passanten
Kochendes Wasser macht Kräutertees keimfrei
Bakterien: Leuchten verrät „Alkoholgenuss“
Metalle unter „gemeinsamer“ Lupe
Bücher zum Thema
Sechs Pflanzen verändern die Welt
Chinarinde, Zuckerrohr, Tee, Baumwolle, Kartoffel, Kokastrauch von Henry Hobhouse
Menschen, Seuchen und Mikroben
Infektionen und ihre Erreger von Jörg Hacker
Was hab ich bloß?
Die besten Krankheiten der Welt von Werner Bartens
Blutsauger, Staatsgründer, Seiden- fabrikanten
von May R. Berenbaum
Der Pilz, der John F. Kennedy zum Präsidenten machte
Und andere Geschichten aus der Welt der Mikroorganismen von Bernard Dixon
Top-Clicks der Woche
1. Licht verbiegt Materie
2. Radioaktivität tatsächlich „Heizofen“ des Erdinneren
3. Super-Supernova: Weißer Zwerg sprengt Massegrenze
4. Neuer langlebigerer Akku für mobile Geräte
5. „Stein von Rosetta“ der Exoplaneten gefunden