| Regenwald produziert Aerosole |
| Isopren doch an Bildung der Partikel beteiligt |
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Max-Planck-Forscher haben über dem Regenwald des Amazonasbeckens große Mengen unerwarteter Aerosole entdeckt. Beteiligt an der Bildung dieser Substanzen ist vermutlich das Isopren - eine organische Verbindung, die in großen Mengen von der Vegetation abgegeben wird.
 | | Bildung von Aerosolen © MPG für Chemie/ Universitäten São Paulo und Antwerpen | Atmosphärische Aerosole spielen als Wolkenkondensationskeime eine wichtige Rolle im Wetter- und Klimageschehen. Bisher hatte man angenommen, dass Isopren - eine organische Verbindung, die in großen Mengen von der Vegetation emittiert wird - nicht an ihrer Entstehung beteiligt ist. Doch jetzt hat ein internationales Wissenschaftlerteam des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz, der Universitäten Antwerpen und Gent, Belgien, sowie der Universität Sao Paulo, Brasilien, bei Luftmessungen über dem Amazonas überraschend herausgefunden, dass Isopren möglicherweise eine wichtige Rolle bei der Bildung von Aerosolen spielt. Die Forscher stellten bei ihren Untersuchungen fest, dass natürliche Aerosole in dieser Region zwei bisher unbekannte chemische Verbindungen enthalten, die bei der Photooxidation von Isopren erzeugt werden. Diese Verbindungen sind wasserlöslich und könnten die Wolkenbildung, den Niederschlag und das Klima beeinflussen Die Wissenschaftler berichten über ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science.
Wälder emittieren 500 Millionen Tonnen Isopren
Isopren ist eine flüchtige organische Verbindung, die weltweit von den Wäldern in großen Mengen abgegeben wird. Die jährliche Emission wird auf etwa 500 Millionen Tonnen geschätzt. Doch obwohl Isopren leicht unter Bildung flüchtiger Produkte oxidiert, war man bisher der Meinung, dass diese Oxidationsprodukte nicht zur Aerosolbildung beitragen. Bei intensiven Messungen über dem Amazonasbecken hat das internationale Forscherteam jedoch das Vorkommen von zwei neuen 2-Methyl-Tetrol-Verbindungen nachgewiesen. Diese Verbindungen entstehen in der Atmosphäre durch die Reaktion von Isopren mit Hydroxyl-Radikalen.
Die Wissenschaftler führten ihre Messungen während der Regenzeit in einem entlegenen Gebiet des Amazonasbeckens durch, um anthropogene Einflüsse auszuschließen. Untersuchungen der Windtrajektorien zeigten, dass die Luft mehrere Tausend Kilometer über unberührtem tropischem Regenwald zurückgelegt hatte, bevor sie eingesammelt und analysiert wurde. Die Wissenschaftler schätzen, dass die Photooxidation von Isopren jährlich zu etwa zwei Millionen Tonnen der neuen Verbindungen führt. Diese Menge entspricht zwischen 5 und 25 Prozent aller organischen Aerosole, die in der Atmosphäre durch photochemische Reaktionen aus biogenen Vorläufern entstehen.
Durchbruch in der Atmosphärenforschung
Diese Entdeckung stellt einen wichtigen Durchbruch in der Atmosphärenforschung dar, denn erstmals konnte damit nachgewiesen werden, dass zwischen dem von der Waldvegetation emittierten Isopren und der Bildung wasserlöslicher kleiner Aerosolteilchen eine Verbindung besteht. Die Aerosolteilchen führen zur Bildung von Dunst und verringern damit die Sicht in bewaldeten Gebieten. Darüber hinaus beeinflussen sie Wolkenbildung, Niederschlag und Klima in ihrer Region und damit auch das weltweite Klima.
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| (idw - MPG, 26.02.2004 - DLO) |
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