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Freitag, 10.02.2012
Hundegenom entschlüsselt
“Bester Freund des Menschen” eröffnet neue Ansatzmöglichkeiten gegen Krebs und Co.
Wissenschaftler haben jetzt auch das Genom des Hundes entschlüsselt. Damit könnten sich die vierbeinigen Begleiter bald noch mehr als der „treueste Freund des Menschen“ erweisen, denn Forscher erhoffen sich neue Erkenntnisse über Krankheiten wie Krebs, die sowohl den Menschen als auch die Hunde betreffen.

DNA
DNA
© MMCD
In einer weltweiten Kooperation von Wissenschaftlern, darunter auch Forschern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Harvard Universität, ist nach unter anderem Mensch und Maus jetzt auch die Gensequenz des Hundes entschlüsselt. Als Sequenzierungsobjekt diente ein Boxer. Die Entschlüsselung des Hundegenoms könnte dazu beitragen, Gene, die sowohl beim Menschen als auch beim Hund Krankheiten auslösen, besser untersuchen und finden zu können. Denn ihre Identifikation ist wegen der geringeren genetischen Variationsbreite beim Hund meist einfacher als im menschlichen Genom.

Schlüssel auch zu menschlichen Krankheiten
“Im menschlichen Genom muss man sich deutlich mehr Stellen anschauen als im Hundgenom, um herauszufinden, was bei einer bestimmten Krankheit geschieht“, erklärt Matthew Breen, Professor für Genetik an der North Carolina State Universität. „Anstatt 200 bis 300 mögliche Genkandidaten zu untersuchen, können wir uns auf gerade mal zwei oder drei mögliche Gene konzentrieren.“

Große Fortschritte erwarten sich die Wissenschaftler besondere bei Erkrankungen, die beide Arten betreffen wie Krebs, Herzkrankheiten, Epilepsie, Taubheit aber auch den grauen Star. “Unsere Schoßhunde könnten den Schlüssel zur Lösung einiger Rätsel halten, die uns die menschliche Gesundheit noch aufgibt“, erklärt Breen. „Einige der Antworten auf diese Fragen, nach denen wir schon seit Jahrzehnten suchen, könnten die ganze Zeit neben uns gesessen haben.“

Ein wichtiger Faktor ist auch, dass Hunde mit ihren Herrchen und Frauchen meist auch die Umweltbedingungen teilen. „Sie atmen die gleiche Luft, trinken das gleiche Wasser und laufen über die gleichen Rasen wie wir es tun“, so Breen. „Die Krebsarten, die die Hunde bekommen, gleichen den unsrigen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die genetische Struktur der Hundepopulation es uns erlaubt, die genetischen Ursachen der Erkrankung leichter finden zu können.”

Ansatzpunkte bei krebsanfälligeren Rassen
Hinzu kommt, dass einige Hunderassen deutlich häufiger an Krebs erkranken als andere. Im Laufe ihrer Zuchtauslese wurden offenbar unwissentlich neben den Genen für ein bestimmtes Aussehen oder Verhalten auch krebsfördernde Gene mit selektiert, die zufällig nahe neben den gewünschten Genen lagen. Für Züchter, Hunde und Hundebesitzer schlecht, ist dies für die Forscher jedoch ein Vorteil, denn es gibt ihnen wichtige Hinweise, wo sie nach den Krankheitsgenen suchen müssen.

“Mithilfe dieser Information können wir den Code analysieren und bestimmen, welche Sequenzen in diesen Rassen die Tiere anfälliger für Krebs macht“, so der Forscher. „Von dort aus sind es vielleicht nur noch wenige Schritte hin zu einer Entwicklung von Verfahren, die den Krebs aufhalten können oder sogar seine Entstehung verhindern. Die Entschlüsselung des Hundgenoms hat uns einen ganz neuen Weg für alle Arten genetischer Forschung eröffnet.“
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