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Freitag, 24.03.2017
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Borneo: Neues geheimnisvolles Raubtier entdeckt

Fotofalle dokumentiert neue Art im Insel-Dschungel

WWF-Forscher haben im Dschungel Borneos vermutlich eine neue mysteriöse Säugetierart entdeckt. Das Raubtier ist etwas größer als eine Hauskatze und sieht aus wie eine Kreuzung aus Katze und Fuchs mit dunkelrotem Fell und einem langen buschigen Schwanz. Bisher liegen aber lediglich zwei Fotofallenfotos des unbekannten Tieres vor – beides Nachtaufnahmen. Die Fotos stammen aus dem nur schwer zugänglichen Inneren der südostasiatischen Insel. Sollte sich die Entdeckung bestätigen, wäre es das erste Mal seit über 70 Jahren, dass in Südostasien ein neues Raubtier entdeckt wurde.
Tropischer Regenwald

Tropischer Regenwald

Ob es sich bei dem mysteriösen Tier mit den kleinen Ohren tatsächlich um eine neue Art handelt, kann allerdings mit Sicherheit erst gesagt werden, wenn ein Exemplar gefangen wurde. Zu diesem Zweck hat der WWF Lebendfallen aufgestellt. In seiner Gestalt ähnelt das Tier bestimmten Schleichkatzen Borneos. Es könnte sich somit auch um eine Unterart dieser Raubtiere handeln.

„Wir haben die Fotos des Tieres Jägern aus den lokalen Dörfern gezeigt, die die Wildtiere sehr gut kennen, aber keiner hat die Kreatur wieder erkannt“, so WWF-Biologe Stephan Wulffraat, der auf Borneo an der Erforschung des Tieres arbeitet. Experten bestätigten, dass die ungewöhnliche Fellfarbe und die kräftigen Hinterbeine auf einen deutlichen Unterschied zu bisher auf der Insel bekannten Schleichkatzen und Mardern hinweisen.

Das fremdartige Tier wurde im Nationalpark Kayan Mentarang gefunden. Das größte Waldschutzgebiet Südostasiens ist Teil des 220.000 Quadratkilometer großen „Heart of Borneo“-Gebietes. „Bis 2006 soll im Herzen Borneos eines der größten Schutzgebiets-Netzwerke der Welt entstehen. So wollen wir den rasanten Kahlschlag im Regenwald stoppen und die einmalige Artenvielfalt Borneos bewahren“, sagte WWF-Tropenwaldexperte Markus Radday.


Lebensraum in Gefahr


Der Lebensraum des geheimnisvollen Tieres ist zudem durch aktuelle Pläne der indonesischen Regierung bedroht. Diese hatte im Juli angekündigt, dass auf einer Länge von 850 Kilometer die größte Ölpalmenplantage der Welt angelegt werden soll. Finanziert wird das Vorhaben von der chinesischen Entwicklungsbank. Der WWF betont, dass das „Heart of Borneo“ mit seinen steilen Hängen und unfruchtbaren Böden für den Anbau von Ölpalmen ungeeignet ist.

„Die Entdeckung des mysteriösen Raubtieres macht einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, diesen einzigartigen Wald im Herzen Borneos zu bewahren“, betonte Radday. Die prominenteste Art der Insel ist der vom Aussterben bedrohte Orang-Utan. Der WWF geht davon aus, dass auf Borneo noch tausende unentdeckte Tiere und Pflanzen vorkommen.
(WWF, 07.12.2005 - DLO)
 
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