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Sonntag, 26.03.2017
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HIV auf dem Vormarsch in Europa

HIV-Neuinfektionen in Deutschland um 30 Prozent gestiegen

Das Thema Aids in Europa ist aktueller denn je: Denn HIV und Aids breiten sich auch bei uns wieder aus. Einen besorgniseregenden Anstieg der Neuinfektionen zeigen zeigen die anlässlich des bevorstehenden Welt-Aids-Tages am 1. Dezember gerade veröffentlichte Daten des „Euro-HIV“-Netzes sowie einer Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI). Hauptbetroffene sind junge Menschen.
Aids-Virus

Aids-Virus

Nach Angaben des RKI ist die geschätzte Zahl der Neuinfektionen in Deutschland von rund 2.000 in den vergangenen Jahren auf etwa 2.600 im Jahr 2005 angestiegen. Das bedeutet eine Zunahme um 30 Prozent. Die Gesamtzahl der Menschen, die mit HIV/AIDS leben, hat sich im Vergleich zu früheren Untersuchungen auf 49.000 erhöht. Männer, die Sex mit Männern haben, sind mit insgesamt 31.000 Infizierten die größte Betroffenengruppe.

Prävention angemahnt


Die Deutsche AIDS-Stiftung sieht sich in den neuen Daten in ihren wiederholten Forderungen nach mehr Prävention bestätigt. Die Tatsache, dass die Steigerungen im Vergleich zu den meisten anderen Ländern auf relativ niedrigem Niveau erfolgten, zeige, dass Prävention in Deutschland insgesamt erfolgreich sei.

"Dennoch müssen die Präventionsanstrengungen dringend verstärkt werden, zum einen, was die Aufklärung der breiten Öffentlichkeit betrifft, zum anderen, was die zielgruppenspezifischen Präventionsmaßnahmen angeht, die sich vor allem an homo- und bisexuelle Männer sowie an Migrantinnen und Migranten richten sollten", sagte Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung. In Deutschland werden ca. 20 Prozent aller Neuinfektionen bei Menschen festgestellt, die aus besonders von HIV/AIDS betroffenen Regionen der Welt hierher gekommen sind.

Wandel im Risikoverhalten


Das Robert Koch-Institut will mit Hilfe neuer, vom Bundesgesundheitsministerium
finanziell unterstützter Studien Änderungen im Risikoverhalten zukünftig genauer erfassen. "Das ist wichtig, damit die bisher erfolgreichen Präventionsmaßnahmen frühzeitig angepasst werden und die bisher im internationalen Vergleich niedrigen HIV-Infektionsraten weiter niedrig gehalten werden können", unterstreicht Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts. "HIV/AIDS ist weltweit gesehen die größte medizinische Katastrophe der Neuzeit seit Auftreten der Pest im 14. Jahrhundert", erinnert Kurth.


Großbritannien Spitzenreiter


Eine Zunahme der Neuinfektionen macht sich auch in anderen westeuropäischen Ländern bemerkbar. In den 20 EU-Mitgliedstaaten, aus denen Daten über die letzten vier Jahre vorliegen, stieg die Gesamtzahl der gemeldeten HIV-Neudiagnosen um 23 Prozent. Den höchsten Anstieg erlebt Großbritannien mit 69 Prozent. Im Jahre 2004 wurden in der gesamten WHO-Region Europa knapp 72.000 Fälle gemeldet. Laut neuen Schätzungen von UNAIDS leben in der Region Europa 2,3 Millionen Menschen mit HIV und Aids.

„Ich bin sehr besorgt über die wieder stärkere Ausbreitung der HIV/Aids-Infektion, vor allem bei jungen Europäern” sagte der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige Kommissar Markos Kyprianou. „Wir müssen den jungen Menschen in Erinnerung rufen, welche Risiken mit dieser Seuche verbunden sind, und dass es sich immer noch um eine sehr reale und wachsende Bedrohung handelt. Die Aufklärung wird eine der Hauptprioritäten der demnächst erscheinenden Mitteilung der Kommission über die HIV/Aids-Bekämpfung darstellen, die insbesondere den Dialog und die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft fördern soll, um dazu beizutragen, dass die Botschaft auch ankommt.”
(RKI, EU-Kommission, Deutsche AIDS-Stiftung, 29.11.2005 - NPO)
 
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