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Freitag, 24.03.2017
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Schweiz „heult“ gegen Wölfe

WWF: Eidgenossen wollen Schutzstatus lockern

Gerade mal zwei oder drei Wölfe leben heute in der Schweiz. Dennoch hat die Schweizer Regierung jetzt eine Initiative gestartet, um die Jagd auf die Tiere zu erleichtern. Anlässlich der 25. Konferenz zur Berner Konvention, die vom 28. November bis 1. Dezember in Straßburg stattfindet, haben die Eidgenossen eine Lockerung des Schutzstatus für Wölfe beantragt. Der WWF kritisierte den Vorstoß und forderte die 45 Mitgliedsstaaten der Konvention auf, die die Forderung der Schweiz abzulehnen.
{1l}„Der Antrag ist nach wie vor unbegründet und überflüssig“, sagt WWF-Experte Frank Mörschel. „In der Schweiz lebt erst seit 1994 wieder eine kleine Wolfspopulation, und auch in anderen Ländern ist die Situation für Wölfe nicht rosig.“ Im vergangenen Jahr war ein gleich lautender Antrag der Schweiz vertagt worden. Die Schweizer Regierung argumentiert in ihrem Antrag dieses Mal vor allem mit Übergriffen von Wölfen auf Schafherden. Für den WWF kein Grund, die Jagd zu eröffnen.

„Überall dort, wo in den letzten Jahren Schutzmaßnahmen für die Herden ergriffen wurden, haben sich die Verluste deutlich verringert. Hier hat der WWF zusammen mit Bauern und Schafzüchtern Pionierarbeit geleistet.“, so Mörschel. Zudem erlaube die Berner Konvention schon heute den Abschuss von Wölfen, die wiederholt Vieh reißen. Das „Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume“ aus dem Jahr 1979 legt Schutzstandards für gefährdete Arten fest und wurde auch von der Schweiz unterzeichnet.

Stabile Wolfspopulationen selten


„Es ist schwer verständlich, weshalb gerade die Schweiz den Antrag stellt, den Schutzstatus des Wolfes zurückzustufen“, so Mörschel. „Dort halten sich gegenwärtig lediglich zwei bis drei Wölfe auf.“ Die Wolfsbestände weisen europaweit große regionale Schwankungen auf, wie kürzlich eine im Auftrag des Europarates durchgeführte Studie bestätigte. Diese kommt unter anderem zu dem Schluss, dass nur in wenigen Ländern Südosteuropas einigermaßen stabile Wolfspopulationen leben.


Die Rückkehr der einstmals nahezu ausgerotteten Wölfe in Mittel-, Ost- und Nordeuropa ist aus Sicht des WWF eine der großen Erfolgsgeschichten des Naturschutzes – neben der Rückkehr des Bären sowie der Stärkung der Luchs- und Bartgeierpopulation. „Die Berner Konvention ist ein Eckpfeiler dieser Errungenschaften, daran darf nicht gerüttelt werden“, betont der WWF-Experte.
(WWF, 24.11.2005 - DLO)
 
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