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Dienstag, 19.09.2017
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Moratorium für Castortransporte?

BUND: Merkel-Regierung muss neue Suche nach Atomendlager starten

Nach dem Castortransport nach Gorleben hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ein Moratorium für weitere Atomtransporte gefordert. Diese dürfen nach Ansicht des BUND erst wieder stattfinden, wenn ein Atommüllendlager gefunden worden ist.
Radioaktivität

Radioaktivität

Es sei unsinnig, so die Umweltschutzorganisation, in den nächsten zehn Jahren noch rund 100 Castoren nach Gorleben zu bringen, wenn laut Koalitionsvertrag die neue Bundesregierung in vier Jahren die Endlagerfrage gelöst haben wolle. Dabei könne nach Ansicht des BUND nur ein anderer Standort als Gorleben herauskommen. Dorthin müsste der gefährliche Atommüll dann erneut transportiert werden.

„Die ergebnisoffene und sorgfältige Suche nach einem Endlager duldet keinen Aufschub. Dabei ist unter mehreren Standorten der am Besten geeignete zu finden. Vor allem aber kommt es darauf an, die tägliche Produktion neuen Atommülls sofort zu stoppen und die Atomkraftwerke abzuschalten.“, sagte Renate Backhaus, Atomexpertin im BUND-Bundesvorstand.

Bundeskanzlerin Angela Merkel müsse sich der Tatsache stellen, dass es für den Betrieb von Atomkraftwerken keine Grundlage gebe. Nur ein Gesetzestrick erlaube es den Stromkonzernen, die Reaktoren weiter zu betreiben, indem Zwischenlager wie Gorleben als Entsorgungsnachweis dienten. So werde die Öffentlichkeit über das Fehlen eines Endlagers hinweggetäuscht.


Gorleben als Endlager ungeeignet?


Die kürzlich vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veröffentlichten Ergebnisse zur Endlagersuche ließen den Schluss zu, dass der Salzstock in Gorleben als Standort für ein Atomendlager ungeeignet ist. Weder könne das Gorlebener Salz als bestes Grubenmaterial angesehen werden, noch habe bei der Auswahl dieses Standortes ein Vergleich mit anderen potentiell geeigneten Orten in Deutschland stattgefunden. Deshalb dürfe sich die schwarz-rote Regierung nicht auf Gorleben als Endlagerstandort festlegen.

Rund 200 000 Kubikmeter radioaktiver Abfall aus drei Jahrzehnten Atomkraftwerksbetrieb warteten bereits auf ihre Endlagerung. Diese Menge vergrößere sich bis 2021 auf 330 000 Kubikmeter, wenn der zwischen der rot-grünen Bundesregierung und den Energieversorgern verabredete Plan zur sukzessiven Stilllegung der Atomkraftwerke Realität werde.
(BUND, 23.11.2005 - DLO)
 
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