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Montag, 24.07.2017
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Klimaschutz: Industrieländer müssen nachsitzen

UN-Treibhausgas-Bilanz mit bedenklichem Ergebnis

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht für den Klimaschutz, beide sind jetzt dem neuen Bericht des UN-Klimasekretariats zum Status der weltweiten Treibhausgasemissionen zu entnehmen: Die Gute: Die Treibhausgasemissionen der Industrieländer sind seit 1990 zurückgegangen. Die Schlechte: Dieser Rückgang basiert auf dem Zusammenbruch des Ostblocks, inzwischen steigen die Werte wieder. Für einen wirksamen Klimaschutz reichen die Reduktionen nicht aus.
Treibhausgasemissionen

Treibhausgasemissionen

Der Bericht bilanziert die Treibhausgasemissionen von 40 Industrieländern und zwölf Entwicklungsländern im Rahmen der UN-Klimaschutzkonvention. Er bestätigt, dass die Industrieländer im Zeitraum von 1990 bis 2003 ihre Treibhausgasemissionen insgesamt um rund 5,9 Prozent gesenkt haben. Doch diese Werte sind kein Anlass zum Jubeln: Die Auswertung der Länderbilanzen zeigt, dass an dieser Reduktion Staaten des ehemaligen Ostblock überproportional starken Anteil hatten. So sank der Ausstoß klimaschädlicher Gase in Litauen um mehr als 66 Prozent, dicht gefolgt von Lettland, Estland, Bulgarien und der Ukraine. Auch Russland senkte um 38,5 Prozent.

Doch auch diese scheinbar vorbildlichen Klimaschutzerfolge waren nicht von langer Dauer: Mit der Erholung der Wirtschaft in Osteuropa ist in den letzten zwei Jahren auch der Ausstoß von klimaschädlichen Gasen wieder angestiegen. Ziemlich schlecht stehen in der UN-Bilanz die westlichen Industrieländer da: Spanien ist mit 41,7 Prozent Steigerung europäischer Spitzenreiter unter den „Klimasündern“. Vorne liegen auch Portugal, Griechenland, Irland, Kanada und Australien.

Deutschland knapp an Kyoto-Zielen vorbei


Deutschland hat zwar seine Treibhausemissionen um immerhin 18 Prozent reduziert, auch hier zehrt die Bilanz jedoch noch von den Anfangsjahren nach der Wende. Das für Kyoto angestrebte nationale Klimaschutzziel von 21 Prozent bis 2010 wird Deutschland wahrscheinlich nicht erreichen. Auch in der EU sieht die Bilanz nicht viel besser aus: Acht Prozent sollte bis 2010 reduziert werden, bisher haben jedoch nur Schweden und Großbritannien ihren Anteil daran erreicht, alle anderen Staaten setzen noch immer weitaus mehr Treibhausgase frei als anvisiert.


„Die nationalen Anstrengungen, die Klimaschutzkonvention umzusetzen und die Klimaschutzziele von Kyoto zu erreichen haben zwar eine Reduktion der Emissionen gebracht“, erklärte Richard Kinley, Leiter des UN-Sektretariats für die Klimarahmenkonvention (UNFCCC). „Aber wir sehen, dass die Emissionen der entwickelten Länder als Gruppe in den letzten Jahren stabil geblieben sind, anstatt zu sinken wie in den frühen 1990er Jahren. Darüber hinaus deuten die Prognosen darauf hin, dass die Emission bis 2010 wieder steigen werden.“

„Das bedeutet, dass die Sicherung von nachhaltigen und tiefgreifenderen Treibhausgasreduktionen für die Industrieländer noch immer eine große Herausforderung darstellt“, konstatiert Kinley. Bedenklich stimmt die Klimaschützer, dass in diesen Bilanzen die stetig steigenden Emissionen der Entwicklungs- und Schwellenländer noch nicht einmal berücksichtigt sind. Mit wachsender Wirtschaft und zunehmender Industrialisierung rücken auch die Staaten Asiens und Südamerikas in die Liga der Großemittenden vor – und eine Aussicht auf eine Trendumkehr besteht hier eher nicht.
(UNFCCC, 18.11.2005 - NPO)
 
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