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Mittwoch, 18.10.2017
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Knoblauch schützt vor Eierstockkrebs

EPIC-Studie: Hoher Obst- und Gemüsekonsum allgemein mindern Risiko nicht

Frauen, die viel Obst und Gemüse essen, sind nicht besser vor Eierstockkrebs geschützt als andere. Es gibt jedoch erste Hinweise darauf, dass viel Knoblauch und Zwiebeln auf dem Speiseplan das Erkrankungsrisiko deutlich senken könnten. Dieses zeigen neue Ergebnisse der europaweiten EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Studie.
Krebszellen

Krebszellen

In der vorliegenden Studie an der auch ein Forscherteam um Professor Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) beteiligt ist, analysierten die Wissenschaftler medizinische Daten und Ernährungsgewohnheiten von 325.640 Frauen aus zehn verschiedenen europäischen Ländern. 581 der Studienteilnehmerinnen erkrankten innerhalb des Studienzeitraumes von durchschnittlich 6,3 Jahren an Eierstockkrebs. Die Forscher untersuchten, ob die Obst- und Gemüseaufnahme insgesamt, die Aufnahme von Obst oder Gemüse allein, oder der Verzehr bestimmter Gemüsearten wie Kohl, Wurzelgemüse, Knoblauch oder Zwiebeln die Entstehung von Eierstockkrebs beeinflussen.

"Obwohl sich die Obst- und Gemüseaufnahme innerhalb Europas deutlich unterscheidet - Südeuropäer essen wesentlich mehr Obst und Gemüse als Nordeuropäer - konnten wir keinen Zusammenhang zwischen einem hohen Konsum und dem Auftreten von Eierstockkrebs erkennen." so Mandy Schulz vom DIfE. "Unsere Ergebnisse deuten aber an, dass Frauen mit einem hohen Knoblauch- und Zwiebelverzehr seltener an Eierstockkrebs erkranken."

Genaue Wirkung von Knoblauch & Co bisher unklar


Allium-Gemüse, wie Knoblauch, Zwiebeln, Lauch und Schnittlauch, enthalten verschiedene bioaktive Substanzen wie organische Schwefelverbindungen, denen Wissenschaftler neben anti-bakteriellen Effekten auch eine anti-kanzerogene Wirkung zusprechen. Wie diese Stoffe im Organismus genau wirken, ist noch nicht ausreichend erforscht. Denkbar wären Wechselwirkungen der Substanzen mit Stoffwechselenzymen, die das Zellwachstum von Tumoren regulieren.


"Weitere Langzeitstudien sind notwendig, um herauszufinden, ob tatsächlich ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Allium-Gemüse und dem Auftreten von Eierstockkrebs besteht, oder ob andere, in dieser Studie nicht untersuchte Obst- und Gemüsesorten für das Erkrankungsrisiko eine Rolle spielen." sagt Boeing, der Leiter der Potsdamer EPIC-Studie. "Auf jeden Fall sollte man nicht vergessen, dass ein hoher Obst- und Gemüsekonsum das Risiko für andere Krebsformen und insbesondere für kardiovaskuläre Erkrankungen senken kann."
(idw - Deutsches Institut für Ernährungsforschung, 10.11.2005 - DLO)
 
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