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Mittwoch, 24.05.2017
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Weltweites Netz von Schutzgebieten beschlossen

Finanzierung allerdings weiterhin ungeklärt

Zum Abschluss der UN-Artenschutzkonferenz in Kuala-Lumpur haben sich die 188 Vertragsparteien auf einen konkreten Zeitplan für den Erhalt der Biodiversität festgelegt. Demnach soll das globale Netz nationaler und regionaler Schutzgebiete bis 2010 zu Land und bis 2012 auf See aufgebaut werden. Bundesumweltminister Jürgen Trittin wertete die Beschlüsse als Meilenstein der globalen Artenschutzbemühungen. Naturschutzorganisationen weisen hingegen auf das fehlende Finanzierungskonzept hin und bezweifeln die tatsächliche Umsetzung der geplanten Schutzmaßnahmen.
"In Kuala-Lumpur hat die Staatengemeinschaft deutlich gemacht, dass es nicht um die Schaffung einer Arche Noah geht, in der nur einzelne Individuen jeder Tier- und Pflanzenart Aufnahme finden, sondern um die Sicherstellung ausreichender Lebensräume für alle Lebewesen unseres Planeten.", so der deutsche Umweltminister Trittin. Schutzgebiete sollen keine eingezäunten Refugien sein, sondern auch die nachhaltige Nutzung ermöglichen, wo immer dies mit dem Schutzzweck vereinbar ist. Dafür wurde eine internationale Arbeitskonferenz eingerichtet, die in den nächsten Jahren kontinuierlich die Umsetzung des Arbeitsprogramms begleiten wird.

Moratorien


Auf deutsche Initiative hat die Konferenz Richtlinien für einen naturverträglichen Tourismus angenommen. Die Konferenz ist ebenfalls dem Vorschlag Deutschlands gefolgt und bittet die UN-Generalversammlung um sofortige wirksame Maßnahmen gegen die Zerstörung von Tiefseeökosystemen. Dabei soll auch ein Moratorium zur Grundschleppnetzfischerei ins Auge gefasst werden. Durch diese Form der Ausbeutung der Meere sind viele besonders wertvolle Tiefseehabitate wie zum Beispiel Kaltwasser-Korallenriffe und Seeberge akut gefährdet.

Der anhaltende Raubbau an der Natur ist auch eine der wesentlichen Ursachen für die wachsende Armut. Auf diesen Zusammenhang hat Bundesumweltminister Trittin auf der Konferenz besonders hingewiesen: "Armutsbekämpfung und der Schutz natürlicher Ressourcen sind zwei Seiten derselben Medaille", betonte der Minister. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung im Rahmen der Entwicklungshilfe in den vergangenen 10 Jahren eine halbe Milliarde Euro für den Schutz der Biodiversität ausgegeben. Darüber hinaus unterstützt Deutschland die Global Environment Facility (GEF), die in den letzten 12 Jahren 1,6 Milliarden US-Dollar für Schutzgebiete bereitgestellt hat.


Greenpeace weiter skeptisch


Das rapide weltweite Artensterben lässt sich mit den Beschlüssen der UN-Konferenz zum Artenschutz nicht deutlich verringern. Diese Bilanz zieht Greenpeace zu dem UN-Gipfel. Es seien zahlreiche Maßnahmen gegen das Artensterben beschlossen, doch gäbe es keine verbindliche Verpflichtung zu ihrer Umsetzung. Zudem sei ihre Finanzierung offen. Die Zukunft vieler bedrohter Pflanzen und Tiere steht weiter auf Messers Schneide", sagt Greenpeace-Waldexperte Martin Kaiser, der die zweiwöchigen Verhandlungen in Kuala Lumpur verfolgt hat.

"Was hier beschlossen wurde, ist eine gut gefüllte Werkzeugkiste zum Schutz der Arten. Wenn die Länder aber kein Geld auf den Tisch legen, bleibt die Kiste zu, dann sind die Beschlüsse wertlos." Zuletzt blockierte Kanada Fortschritte zum Artenschutz. Brasilien hatte seine Zustimmung zu einem verbindlichen Programm von Geldzusagen der Industrieländer abhängig gemacht. Die EU unterstützte zwar aktiv ein verbindliches Programm, bot aber keine Lösung zur Finanzierung.
(BMU / ots - Greenpeace e.V., 24.02.2004 - AHE)
 
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