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Dienstag, 17.10.2017
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Brainstorming der Klimamodellierer

Natürliche Klimavariationen in historischer Zeit ausgewertet

Das Klima der Vergangenheit glich zeitweilig einer Achterbahn. Wie es sich entwickelte, ist noch heute an zahlreichen Spuren abzulesen. Doch um natürliche Klima-Archive wie beispielsweise jahresgeschichtete Eiskerne, Binnensee- und Meeres-Sedimente, Korallen sowie Baumringe global zu vergleichen und die Daten in Klimamodelle einzubauen zu können, müssen verschiedene Wissenschaftszweige von der Meteorologie über die Modellierungsverfahren bis zur Paläoklimatologie zusammenarbeiten.
Vom 19. bis 21. Januar 2004 treffen sich daher Paläoklimatologen und Klimamodellierer aus 17 außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Instituten deutscher Universitäten um sich über neueste Ergebnisse aus der Klimaforschung auszutauschen. Ort der Tagung "Klima in Historischen Zeiten" ist das Maarmuseum Manderscheid (Eifel).

Weltweit erstmalig wurde aus der Kombination von Daten und Modellen versucht, das Klima der letzten 10.000 Jahre zu rekonstruieren. Die Ergebnisse dieser wissenschaftlchen Arbeiten werden in der KIHZ-Abschlusstagung in Manderscheid diskutiert. Dabei stehen räumliche Muster, Stärke, Häufigkeit und Geschwindigkeit natürlicher Klimaänderungen in der Vergangenheit im Mittelpunkt. Die Ursachen und Steuerungsmechanismen der damit verbundenen Umweltveränderungen werden analysiert und Klimaszenarien für die Zukunft entworfen.

Die Unterscheidung zwischen durch den Menschen verursachten und natürlichen Umweltveränderungen in der Vergangenheit soll ermöglichen, den Anteil des Menschen an heutigen und zukünftigen Klimaänderungen abzuschätzen und Hinweise auf notwenige Klimaschutzmaßnahmen zu geben.


Vulkanismus in der Eifel untersucht


Im Rahmen des ELSA-Projektes (Eifel Laminated Sediment Archive) wurden in den letzten vier Jahren etwa 30 Trockenmaare in der Eifel mit Kernbohrungen, zum Teil bis zu einer Tiefe von 155 Metern, untersucht. Die Kerne datieren in den Zeitraum 15.000 bis 140.000 Jahre vor heute und dokumentieren die Entwicklung von Klima, Umwelt und Vulkanismus in der Eifel in höchster Auflösung. Die Sedimente aus den Trockenmaaren sind wie die aus den noch offenen Maarseen der letzten 15.000 Jahre feingeschichtet und weitgehend ungestört. Maarseen und Trockenmaare stellen ein in Nordeuropa einmaliges Geoarchiv dar und ermöglichen die lückenlose Rekonstruktion des letzten Eiszeitzyklus. Aschen und Tuffe in den Seesedimenten dokumentieren den Vulkanismus, der durchgängig mit einem Rhythmus von 10.000 bis 20.000 Jahren zwischen den Eruptionsphasen aktiv war.

Maare als Klimaarchive


In der besonderen Seeform der vulkanisch entstandenen Maare findet man häufig Seeablagerungen, die eine sehr deutliche, meist Hell/Dunkel-Schichtung aufweisen. Beim näheren Betrachten im Dünnschliff unter dem Mikroskop zeigt sich, dass deutliche Materialwechsel zwischen hellen Lagen und dunklen Lagen zu finden sind. Die Entstehung dieser Materialunterschiede lässt sich mit Prozessen, die in einem See im Verlauf eines Jahres stattfinden, in Verbindung bringen. Sie können aber auch auf Eingriffe des Menschen im Umfeld des Sees zurückzuführen sein. Das Wechselspiel von Klimaeinfluss, Klimaveränderung und menschlicher (anthropogener) Beeinflussung konnte an solchen laminierten Sedimenten aus dem Holzmaar (Vulkaneifel) rekonstruiert werden.
(Informationsdienst Wissenschaft - idw - - Pressemitteilung GeoForschungsZentrum Potsdam, 19.01.2004 - NPO)
 
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