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Samstag, 21.01.2017
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Wattenmeer bald Weltnaturerbe?

Wattenmeerkonferenz gibt Startschuss für die Nominierung

Mit dem Startschuss für die Nominierung des Wattenmeeres als UNESCO-Weltnaturerbe ist gestern die 10. Wattenmeerkonferenz auf der niederländischen Schiermonnikoog zu Ende gegangen. Darüber hinaus einigten sich die Umweltminister Dänemarks, Deutschlands und der Niederlande auf wichtige gemeinsame Aktionen, um den Schutz des einzigartigen Naturraums weiter voranzutreiben.
Wattboden

Wattboden

„Die grenzüberschreitende Nominierung ist ein ganz besonderes Signal. Der Status als Weltnaturerbe wäre eine Auszeichnung für das Wattenmeer, die es auf die gleiche Stufe wie der Grand Canyon in den USA oder das Grosse Barriereriff in Australien stellt.“, kommentierte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Simone Probst, die Ergebnisse der Konferenz.

Zunächst soll ein deutsch-niederländisches Gebiet angemeldet werden, das den größten Teil des Wattenmeeres umfassen wird. Das bestehende Schutzmanagement bildet die Grundlage für die nun beginnende Erarbeitung der Nominierungsunterlagen. Probst betonte: „In Deutschland gibt es keinen vergleichbaren Naturraum. Das Nominierungsverfahren wird unter enger Einbeziehung aller interessierten Regionen erfolgen.“ Dies sei in mehreren Phasen möglich.

Kein Schiffe versenken in der Nordsee


Fortschritte bei der Sicherheit im Schiffsverkehr und der grenzübergreifenden Umweltbildung, aber Stagnation beim Walschutz: Auf diese Formel lassen sich aus Sicht des WWF die weiteren Ergebnisse der Konferenz bringen.


So will die Ministerkonferenz mehr Sicherheit vor Schiffsunfällen durch eine Reihe von Maßnahmen erreichen. Dazu gehören die Verfügbarkeit von Notschleppern, die tägliche Zusammenarbeit der Küstenwachbehörden, eine besser abgestimmte Raumplanung zwischen den Ländern sowie Vorkehrungen für Notliegeplätze. „Der WWF begrüßt, dass zusätzliche Kollisionsrisiken durch Offshore-Bauten, zum Beispiel Windkraftanlagen, durch entsprechende Vorsorge kompensiert werden müssen“, lobt WWF-Wattenmeerexperte Hans-Ulrich Rösner.

Internationale Wattenmeerschule


Grenzübergreifende Bildung soll in der Region künftig eine größere Rolle spielen. Dazu wird die „Internationale Wattenmeerschule“ eingeführt: Schulklassen sollen auf Klassenfahrten das Wattenmeer eines ihrer Nachbarländer erkunden. „Das ist nach der erfolgreichen Testphase in den vergangenen beiden Jahren ein konsequentes Bekenntnis zur Umweltbildung“, kommentiert WWF-Experte Rösner. „So wird die junge Generation in die politische Zusammenarbeit eingebunden.“

Auch Probst zeigte sich zufrieden: „Die IWSS ist ein vorbildliches Umweltbildungsprojekt, das jungen Menschen die Idee des grenzueberschreitenden Wattenmeerschutzes vermittelt. Wir zeigen mit diesem erfolgreichen Projekt, dass wir uns unserer Verantwortung fuer die Bildung Jugendlicher bewusst sind.“

Kritik äußert der WWF daran, dass keine Beschlüsse zum Schutz des heimischen Schweinswales gefasst wurden. „Dänemark hat ein Verbot der gefährlichen Stellnetze im Walschutzgebiet vor Sylt blockiert. Dadurch ist auch eine EU-Zustimmung zum Stellnetzverbot in weite Ferne gerückt“, bemängelt WWF-Experte Rösner.

Das Wattenmeer-Forum dagegen wird laut Konferenzbeschluss fortgesetzt. In dem Forum sind von der Hafenwirtschaft über Kommunen bis zu Umweltverbänden alle wichtigen Interessengruppen der Wattenmeer-Region vertreten. „Damit kann auch in den ans Wattenmeer grenzenden Gebieten eine sozial- und umweltverträgliche Entwicklung erreicht werden – das ist dem WWF wichtig“, betont Rösner.
(BMU/WWF, 04.11.2005 - DLO)
 
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