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Freitag, 22.09.2017
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Saubere Leitung für sauberen Strom

Umweltverbände fordern naturverträgliche Anbindung von Offshore-Windanlagen

Der Transport von Strom aus Windkraftanlagen in der Nordsee zum Festland darf nicht zu Lasten des Wattenmeers gehen. Dies haben jetzt die Umweltverbände WWF, BUND und NABU gefordert. Sie wenden sich damit gegen das Vorhaben, kilometerlange Stromkabel durch Naturschutzgebiete zu verlegen, ohne Alternativen ausreichend geprüft zu haben.
{1l}Im Hamburger Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) beginnen heute die Gespräche zur Anbindung des 75 Kilometer nördlich von Borkum und etwa 95 Kilometer westlich von Helgoland geplanten Hochsee-Windparks „Nordsee“ an das deutsche Stromnetz. Die Planungen der Firma EOS Offshore sehen einen Verlauf der Kabeltrasse quer durch den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer vor.

„Dies sind anerkanntermaßen besonders sensible Gebiete. Daher müssen alle Alternativen sorgfältig geprüft werden. Sonst wird der sauber erzeugte Strom nachträglich noch schmutzig“, kritisiert WWF-Expertin Beatrice Claus. „Sowohl der Bau als auch die Instandhaltung gefährden seltene und bedrohte Arten wie Seehunde, Austernfischer und Eiderenten“, erläutert BUND-Sprecherin Marita Wudtke die Kritik.

„Erneuerbare Energien müssen naturverträglich ausgebaut werden, auch damit die Akzeptanz für die neuen Energien nicht verspielt wird.“. Die Verbände fordern eine naturverträgliche Kabelführung durch die Flussmündungen von Jade oder Ems. „Diese Alternativen wurden in dem Verfahren bisher nicht ausreichend berücksichtigt“, so Marita Wudtke.


120 Kilometer Kabel


Der vom Offshore Windpark „Nordsee“ erzeugte Strom soll mit einem mehr als 120 Kilometer langen Kabel zum Festland geleitet werden. Das Bundesamt entscheidet zwar nur über den küstenfernen Teil des Verlaufs des Kabels. „Dadurch werden aber entscheidende Weichen für die gesamte Trasse gestellt“, so Ulrich Thüre vom NABU. „Bevor das BSH entscheidet, muss eine umweltverträgliche Lösung für den Trassenverlauf im Küstenmeer seitens des Landes Niedersachsen einer eingehenden Prüfung unterzogen und festgelegt werden.“

Nationalparkverordnung und die europäische Natura-2000-Gesetzgebung verbieten die Verlegung von Seekabeln im Nationalpark. Nur in Ausnahmefällen kann eine Genehmigung erteilt werden. „Das geht nur, wenn es nachweislich keine Alternative gibt“, so Beatrice Claus. „Doch die ist offensichtlich möglich und bisher nicht in Betracht gezogen worden.“ Sollte die beantragte Kabeltrasse genehmigt werden, wollen die Umweltverbände Rechtsmittel einlegen.
(WWF, 03.11.2005 - DLO)
 
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