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Mittwoch, 25.01.2017
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Mehr Erdöl aus der Nordsee

Mittelplate Pipeline-Anbindung in Betrieb

Die sieben Kilometer vor der Küste im Wattenmeer gelegene Erdölförderinsel Mittelplate ist jetzt über eine Pipeline mit dem Festland verbunden. Dies teilte das Mittelplate Konsortium mit. Aus dem größten deutschen Ölfeld fließen ab jetzt bis zu 1,6 Millionen Tonnen Öl pro Jahr in die Aufbereitungsanlagen der Landstation Dieksand in Friedrichskoog - fast doppelt so viel wie bisher durch die wetter- und tidenabhängige Verschiffung des Erdöls an Land gebracht wurde.
Pipeline im Bau

Pipeline im Bau

Einschließlich der Förderung von Land aus erhöht sich die jährliche Fördermenge im Offshore- und Onshore-Verbund damit auf rund 2,5 Millionen Tonnen. Das Mittelplate Konsortium aus RWE Dea und Wintershall nahm das neue Öltransportsystem am 28. Oktober 2005 im Beisein des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen offiziell in Betrieb.

Pipeline-Verlegung ohne Probleme


Die Durchführung des technisch aufwändigen Pipeline-Verlegekonzeptes verlief nach Angaben des Konsortiums planmäßig und erfüllte die hohen Umweltanforderungen, die das Vorhaben im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer an das Projekt stellte. Der ökologische Nutzen ist erheblich. Jährlich entfallen circa 2.000 Transporte mit Doppelhüllen-Schiffen zum Abtransport des Rohöls. Die Umweltbilanz verbessert sich nach Angaben des Konsortiums auch dank höherer Produktion und der damit verbundenen Verkürzung der Gesamtförderdauer um rund zehn Jahre.

Die Verlegung von zwei Edelstahl-Rohrleitungen erfolgte seeseitig über eine Entfernung von circa 7,5 Kilometer von der Deichlinie Friedrichskoog-Spitze durch das dem Festland vorgelagerte Watt bis zur Insel Mittelplate. Hinter dem Deich wurden die Leitungen knapp drei Kilometer bis zur Landstation Dieksand verlegt. Eine Leitung ist für den Rohöltransport eingerichtet, die zweite dient als Rücktransportleitung für das anfallende Lagerstättenwasser. Es wird zum Erhalt des Lagerstättendrucks von der Insel aus zurück in den Untergrund eingepresst.


Die vorgefertigten Seepipelines wurden über die gesamte Offshore-Distanz in sechs Abschnitten in vorbereitete, jeweils parallel verlaufende Horizontalbohrungen eingezogen. Die Verlegetiefe der Rohrleitungen beträgt nach Angaben des Mittelplate-Konsortiums bis zu 20 Meter. Damit konnten auch die Priele sowie der Deich sicher unterquert werden. In sechs Baugruben entlang der Verlegetrasse erfolgten die Verbindungsschweißungen der Rohrstränge in einer Tiefe von jeweils fünf Metern.

Die technische Konzeption der Verlegung minimierte laut RWE Dea im seeseitigen Bereich den Eingriff in den Wattboden. Alle Arbeiten im Wattgebiet einschließlich der Rückbaumaßnahmen entlang der Verlegetrasse sowie die landseitige Verlegung und der Anschluss der Rohrleitungen an die Landstation Dieksand konnten erfolgreich und zeitgerecht abgeschlossen werden.

Hohe Investitionen für Pipeline und Bohranlage


Die Pipeline-Anbindung erforderte Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro. Weitere rund 50 Millionen Euro investiert das Konsortium 2005 in den Aufbau einer neuen leistungsstärkeren Bohranlage mit der Bezeichnung "T-150" auf der Insel Mittelplate. Sie zählt zu den größten und modernsten Bohranlagen Europas und ist durch ihre spezielle Ausstattung auf eine umweltschonende Arbeit im sensiblen Wattenmeer ausgerichtet.

Die in diesem Jahr eingesetzten erheblichen Finanzmittel sollen dafür sorgen, dass die Ölgewinnung aus dem größten und förderstärksten deutschen Ölfeld nachhaltig optimiert werden kann. Über die bisherige Gesamtfördermenge von mehr als 15 Millionen Tonnen Öl hinaus gelten derzeit immerhin noch weitere 40 Millionen Tonnen Erdöl aus dem Feld Mittelplate als gewinnbar.
(RWE Dea, 31.10.2005 - DLO)
 
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